Ofenerdiek /Osternburg Man kann halt nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Solch eine Erkenntnis mag schmerzen – vor allem jene, die am vergangenen Wochenende nicht zeitgleich beim Seefest in Ofenerdiek, dem Everstener Brunnenlauf und dem Flohmarkt an der Bremer Straße sein konnten –, weist die Veranstaltungsdichte aber auch als Qualitätsmerkmal dieser Stadt aus. Überdies war der pickepackevolle Kalender angesichts der traditionellen Veranstaltungstermine auch nicht so überraschend.

„Und wann hat man schon mal keinen Flohmarkt in Oldenburg...?“, fragt da Bodo Gerdes wohl eher rhetorisch. Der Vorsitzende des Bürgervereins Ofenerdiek habe sich sogar noch etwas mehr gewünscht – zumindest mehr Trödler beim eigens organisierten Flohmarkt rund um den Swarte-Moor-See. Dort zählte er zum großen Seefest-Finale am Sonntag immerhin 60 Stände und ebenso viele weithin zufriedene Verkäufer. „Die Besucherzahlen und die Stimmung waren wirklich gut“, resümierte er tags drauf, „trotzdem könnten noch sehr viel mehr Menschen hier mitmachen und ihre Artikel rund um den See anbieten, Platz ist ja genug!“

Weihnachtsbeleuchtung finanziert

Ob See oder Straße nun das bessere Ambiente für einen Sonntagsverkauf bieten mag, sei dahingestellt. Klar aber ist: Mit rund 500 Trödlern hatte die hiesige Werbegemeinschaft an der Bremer Straße eindeutig den Tagessieg errungen. „Es waren vielleicht etwas weniger Besucher als im Vorjahr da“, sagt Bettina Unruh, „aber das waren immer noch sehr viele.“ Nicht nur zur Schnäppchenjagd, sondern auch zur Begegnung.

„Die Menschen hatten sich hier zum Flohmarkt verabredet – um mal wieder miteinander zu sprechen, einen Kaffee zu trinken. Schön.“ Schön ist darüber hinaus aber auch, dass vom Standgeld der hiesigen Verkäufer ebenso der Gemeinschaft etwas zu Gute kommen wird: „Daraus finanziert die Werbegemeinschaft Projekte“, sagt Unruh und verweist insbesondere auf die Anschaffung der Weihnachtsbeleuchtung für Osternburg.

Zwischen Fassbier und Fischbrötchen

Leuchtend (und ein bisschen lauter) wurde es dann auch am Samstag in Ofenerdiek, als der „See in Flammen“ stand, wie es hier beworben wurde. Trotz bester Rahmenbedingungen waren die Besucherzahlen da etwas schwächer als üblich. Weshalb? Das vermochte sich Mandi Hempen nicht zu erklären. Doch ganz egal – „eigentlich waren letztlich alle zufrieden.“

Nicht zuletzt wegen des großen Andrangs an allen anderen Veranstaltungstagen. Schon der Donnerstag wurde eifrig zwischen Eis, Fassbier, Fischbrötchen, Autoscooter und Crêpes zelebriert, vor allem viele Familien suchten und fanden den Weg zum Mini-Volksfest.

Dass dort gastronomische Preise zu hoch angesetzt seien, wie in sozialen Medien von einigen moniert, konnte sie weder bestätigen noch dementieren. „Es ist ja in allen Branchen so, alles wird teurer – und die Kostensteigerungen müssen umgelegt werden. Unsere Preise sind allerdings seit Jahren stabil“, sagt sie auf NWZ-Nachfrage und für die sieben Schaustellerfamilien vor Ort.

Kostenfreie Schatzsuche

Überdies sei auch mehr als früher angeboten worden. So neben Hüpfburg und Kinderschminken beispielsweise eine (kostenfreie) Schatzsuche für Kinder, die im Sandkasten nach Fahrchips und anderen schönen Dingen graben konnten.

Um das Seefest attraktiv zu halten und auch noch weiter zu stärken, plane man für die nächsten Jahre weitere spannende Programmpunkte. Live-Musik am Abend möglicherweise, vielleicht ja auch ein Bühnenprogramm – „Wir sind noch auf der Suche, wollen aber mehr für die ganze Familie machen“, sagt Hempen.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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