OLDENBURG Wenn eine Frau, vier Männer und eine Ratte rocken und das Publikum singt, klatscht und springt, steht die Band Ratzefummel auf der Bühne. Mit Geschichten von den „Starken Piraten“, der „Wollhandkrabbe Willibald“, „Seeräuber Jenny“ und der „Monsterparty“ entführen die Musiker auf eine Reise vom Watt ins Weltall bis in den Wilden Westen, die die kleinen Zuschauer in Bewegung und Erwachsene zum Schmunzeln bringt.

Vor eineinhalb Jahren hat Kiki Beyer die Kinderrockband gegründet. Jahrelang hatte die gelernte Erzieherin und Musikwissenschaftlerin für die Musiktheaterwerkstatt der Musikschule der Stadt Oldenburg getextet und komponiert. „So entstand die Idee, eine eigene Band für Kinder zu gründen“. Marc Steenken (Keyboard) und Andre Hofinga (Bass, Gitarre) kannte sie schon aus ihrer Partyband Tip Tops, Peter Bussmeier (Schlagzeug) und Heiko Vetter (Gesang) ergänzen die Gruppe. Sechstes – aber fast wichtigstes – Bandmitglied ist die Ratte Ratze. „Ratze ist bei jedem Auftritt dabei, ohne sie geht nichts“, sagt Kiki Beyer.

In der WDR-Hitparade

Und nicht nur das. Das Maskottchen beschert den Musikern in diesen Tagen einen Medienerfolg: Seit ein paar Tagen steht Ratzefummel mit dem Stück „Die starken Piraten“ in den Charts der WDR-Kindersendung Lilipuz auf dem ersten Platz. „Als unsere erste CD fertig war, habe ich alle Radiostationen angeschrieben, die ein Kinderprogramm anbieten. Dass wir beim WDR jetzt die Charts stürmen, freut uns natürlich sehr“, sagt die Sängerin.

Für das Piraten-Lied hat sie den Text und die Musik selbst gemacht, andere Stücke sind in Teamarbeit entstanden. „Einer der Musiker schickt mir eine Melodie zu, und ich habe dann gleich einen Text im Kopf“, schildert sie, wie die witzig-spritzigen Mitmach-Stücke für Fünf- bis Zehnjährige entstehen. Auf der ersten CD sind zwölf Lieder, für die nächste sind auch schon wieder zehn fertig.

Ein Glücksfall für die Bandgründung, Namensfindung und Vermarktung seien die Kontakte gewesen, die sie durch ein Existenzgründungsseminar geknüpft habe, sagt Beyer. Die Grafikdesignerin Susanne Krause entwarf die Ratte Ratze für das CD-Cover, der Medienkünstler Christian Gude habe mit viel Engagement die Internetseite erstellt. „Ich wusste nur, dass ich auf jeden Fall eine Ratte haben will, weil das ganz super Tiere sind“, erinnert sich die Frontfrau.

Konzert in Marl

Die Begeisterung für das verspielte Nagetier springt schnell auf die Kinder über, und auch die Eltern empfinden die Rockmusik keineswegs als Plage. „Ich habe schon oft von Erwachsenen gehört, dass man unsere Musik gut hören kann“, sagt die Sängerin, die nach einem anstehenden Konzert in Marl (Nordrhein-Westfalen) auf Auftrittsmöglichkeiten in der Region hofft. „Sehr gerne würden wir 2010 beim Kindermusikfestival im PFL mitspielen“, so die Künstlerin.

Sorge um Müllmonster

Dass auch die Kinder über die Geschicke der Band nachdenken, lässt die Schilderung einer Mutter ahnen. Ganz besorgt habe ihr Sohn nach dem Auftritt gefragt, wo denn das Müllmonster nun wohnen soll. Wo es seine Tonne doch auf der Bühne gelassen hat.

Infos: www.ratze-fummel.de

Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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