Oldenburg Es ist dieser besondere Rhythmus, mit dem Kinderliedermacher Unmada Manfred Kindel seine Zuhörer tatsächlich von den Sitzen reißt. Die Kleinen wie die Großen. Mit Liedern in 3D – Musik zum Hören, zum Sehen und zum Fühlen.

„Mit Hand und Fuß“ heißt das neue Motto des Oldenburger Kindermusikfestivals, das die Kinder der Region in diesen Tagen wieder einmal in den Fokus rückt. Der Auftakt wurde am Freitag in der Aula des Heilpädagogischen Zweigs der Freien Waldorfschule zelebriert.

Und das mit besonderem Erfolg. „Es ist ein Geschenk für uns“, sagte Verwaltungsleiter Georg Wilmers begeistert und richtete seinen Dank an Zuzana Pesselová. Die ist Vorsitzende des Vereins Musik für Kinder Oldenburg – und damit nicht nur federführend, sondern auch genauso entzückt. Sie spricht vom hohen Niveau des Festivals, das sonst nur Hamburg oder München böten. Von der gesunden Basis dank unterstützender „Partner“, wie sie sagt. Von der fantastischen musikschulischen Grundversorgung der Kinder in Oldenburg – und von dem, was doch alles „jenseits des Sichtbaren“ liege.

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Das erste Konzert

Mit Unmada Manfred Kindel hat man da offenbar den bestmöglichen Repräsentanten und Ohrenöffner gefunden. Drei riesige Traumfänger hängen an der Aulawand, der charismatische Unmada singt vom kleinen Stern, von Freundschaft, intoniert das obligatorische „lalala“ und reine Reime. Alles unterlegt er mit Gebärden und Gefühl, „erzählt“ die wunderbaren Melodien mit seinen Händen und lässt die Kinder dazu stampfen, klatschen und bewegen. Das kommt bestens an, viele Zuhörer wollen da gleich selbst zum Instrument greifen, mindestens aber den Rhythmus vorgeben.

Für den initiierenden Verein ist dies großes Glück, aber sicherlich auch ein Stück weit pure Berechnung für den guten Zweck. Denn die Kinder können so ihre ersten Erfahrungen als Konzertgänger sammeln, sagt Pesselová.

Und eben dies ist auch das Anliegen der Musikschulen im Nordwesten. Unmada, der sich „für die gebärdengestützte Kommunikation im Kinderlied“ einsetzt, war bereits vor einigen Jahren Gast in Oldenburg.

Sein erneuter Auftritt ist kein Zufall. „Kinder lieben die Nachahmung mit den Händen“, sagt Pesselová, „genau diese Art des Kontakts brauchen sie für eine positive Entwicklung ihrer Lern- und Empathiefähigkeit“.

Gleiches, also die Impulswirkung der Musik, wurde am Freitag ebenda noch Pädagogen teilnehmender Schulen in einer zentralen Fortbildung vermittelt – das Rechnen im geklatschten Dreierrhythmus beispielsweise. Das mag sich nicht jedem Erwachsenen sogleich erschließen, den Kindern aber offensichtlich schon. Die bekommen von Unmada auch noch philosophisch niederschwellig Ratschläge fürs Leben: „Freunde – sich selbst die Hand geben“, ermuntert er. Einfach schön.

Offen für alle Familien

Zehn weitere Konzerte stehen in dieser Woche noch an. In Vechta, Apen, Lemwerder und schließlich noch in Delmenhorst. In der dortigen Markthalle am Rathausplatz 2 können am Freitag, 9. Oktober (15.30 Uhr), auch andere Zuhörer mit dabei sein und noch etwas lernen, mindestens aber sich begeistern lassen.

Mit dabei sind dann neben Unmada Manfred Kindel auch sein Pianist Jonas Fritsch, der „Kallechor“ der Schule Karl-straße und die „Blindfische“ aus Oldenburg. Karten gibt es für sieben Euro.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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