Oldenburg Seinen „Woyzeck“ hat der jung verstorbene Georg Büchner (1813-1837) nur als Fragment der Nachwelt hinterlassen. Als Oper führte das Oldenburgische Staatstheater den „Wozzeck“ zuletzt vor einigen Jahren auf. Jetzt nimmt sich Regisseur K.D. Schmidt des Stoffes an. Gezeigt wird das Stück im Großen Haus mit Musik des amerikanischen Sängers und Komponisten Tom Waits.

Waits hatte im Jahr 2000 – nach der Idee von Robert Wilson – sämtliche Lieder für Woyzeck komponiert und später als Album „Blood Money“ veröffentlicht. Die Liedtexte stammen von seiner Frau Kathleen Brennan. Im Staatstheater werden sie in englischer Originalsprache gesungen. „Wir dürfen sie weder übersetzen noch Deutsch übertiteln“, erläutert Dramaturg Jörg Vorhaben, der die Mischung aus Waits Musik und Büchners Text bereichernd findet. „In seiner Musik, die ich auf eine positive Weise als schräg bezeichnen würde, bringt Waits dem Antihelden Woyzeck Wärme entgegen. Das gibt Büchners Werk eine zusätzliche Farbe.“

Fünf Musiker werden live am Rand der Bühne im Großen Haus spielen. Ihre Instrumente sind zahlreich. Schlagwerk, Klavier, Marimbaphon, Gitarre und verschiedene Blasinstrumente sind die wesentlichen. Die Band besteht aus Christoph Iacono (musikalische Leitung), Jochen Bens, Dagmar Ludwig, Eckhard Meyer und Martin Kruzig.

Das Bühnenbild von Thomas Drescher wird dominiert von einer Art Gitterkäfig, riesengroß und drehbar, durchweht vom Mief der 1960er-Jahre. „Ein Mikrokosmos, in dem jede Figur ihren Lebensraum hat“, erläutert Jörg Vorhaben: „Hier glänzt keiner, alle sind in ihrer Welt gefangen.“

Allen voran Woyzeck (Klaas Schramm) selbst, ein armer Kerl, „der von allen behandelt wird wie Dreck“, sagt der Dramaturg: „Ein Getriebener, der zum Täter wird.“ Woyzecks Opfer ist Marie (Sarah Bauerett), die er liebt und mit der er ein Kind hat, die ihn aber mit dem Tambourmajor (Henner Momann) betrügt. Vorhaben: „Das macht Woyzeck unberechenbar. Er hält den psychischen Druck nicht länger aus.“ Als Hauptmann ist Thomas Lichtenstein zu sehen, als Doctor/Ausrufer Gilbert Mieroph. In weiteren Rollen spielen René Schack, Eva Maria Pichler und Juliana Djulgerova.


Alle Theaterkritiken unter   www.nwzonline.de/premieren 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.