OLDENBURG Ob knallige Show mit Mick-Jagger-Double, urkomische Darbietung von Doris, der beschränkten Millionärsgattin, oder eine musikalisch-intensive Sitzrunde bei heißer Schokolade: Am Mittwoch und Donnerstag fand in 15 Lokalen der City das traditionelle Festival im Festival „Kultursommer Inside“ statt, bei dessen vielfältigem Programm für jeden Geschmack etwas dabei war. Eintrittspreise gab es nicht, stattdessen hatte man die Qual der Wahl.

Günstig wenigstens, dass die Anfangszeiten gestaffelt waren. Zunächst sammelten sich wohl die meisten im Patio, wo das „Trio Timeless“ mit lockerem Jazz das Sommerabend-Gefühl verstärkte. Den Studenten, durch Sängerin Katrin Rumberg zum Quartett ergänzt, merkte man ihre Spielfreude vor allem durch die offen zur Schau getragene Kombination von Leidenschaft und Konzentration an.

Zur gleichen Zeit coverten im „Caldero“ die West Coast Twins Klassiker wie „Hotel California“ von den Eagles und „Wish you were here“ von Pink Floyd.

Mit einiger Rock’n’Roll-Verspätung trat dann die von vielen Leuten erwartete Band „Brown Sugar“ vor der „Bar Celona“ auf. Bekannt für ihre Rolling-Stones-Interpretation lieferten die Musiker vom ersten Ton an eine professionelle Show. Mick Jagger der Zweite sprang ins Publikum und begeisterte so die Fans.

Für die Zuschauer, die draußen im Gedränge vor der Bühne keinen Platz mehr fanden, wurde es im Café allerdings eher ungemütlich. „Ich höre die Lieder der Stones eigentlich gerne, aber das was ich hier drinnen mitbekomme, war viel zu laut, und man konnte den Gesang kaum verstehen“, sagte Zuschauer Axel Wulf (44).

Ganz ruhig ging es dafür im „Woyton“ zu. Dort trat neben der Band „David und die Kernigen“ auch Daniel Bremer mit seinem Soloprojekt „Letterbox Salvation“ auf. Gitarre, Mundharmonika und eine facettenreiche Stimme genügten hier, um das Publikum zu begeistern. Die emotionsgeladenen Lieder und die entspannte Atmosphäre ließen eine besondere Nähe zwischen dem Musiker und den Zuschauern entstehen.

Weiterhin traten die Bands „Casinoplatz“ und „Jazzoid“ im „Polyester“ sowie die Band „Benevolent“ im „Headcrash“ auf. Höhepunkt des Abends war allerdings der Auftritt der Impro-Theater-Gruppe „12-Meter-Hase“. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Show war das „César“ bis auf den letzten Barhocker gefüllt. Kein Wunder, die verrückten Improvisationen der Gruppe ließen kein Auge trocken.

Das Publikum wurde zu Anfang gebeten, doch bitte alle Ideen, die es habe metaphorisch auf die Bühne zu werfen. So entstanden Geschichten, die von Lothar Matthäus’ Anrufbeantworter, der beschränkten Millionärsgattin Doris oder Liebe im Stau handelten. „Toll! Ich fand es besonders klasse, dass auch getanzt und gereimt wurde. Zum Schreien!“, fand Zuschauerin Klara Müller (25).

Nebenan im „Cubes“ animierte die Bremer Band „De Fofftig Penns“ das Publikum derweil mit plattdeutschem HipHop zum Tanzen.

Am Donnerstag traten „Spieltrieb“ (am Stattstrand), Jens Sörensen (im Bestial), „International Buildings“ und „Beelzebub Airlines“ (Polyester), Johannes Flöck (Wallwirtschaft), „Sushi Drive In“, „Lee Jay Cop“ und Max Headroom (Amadeus), „Birte & der alltägliche Wahnsinn“ (Florian) und „I’m not a band“ (Metro) auf.

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