OLDENBURG Am Anfang stand ein Rüffel. „Du spielst wie ein Bauer!” schnauzte der Geiger Daniel Guilet den Pianisten Menahem Pressler an. „Das muss wie Regentropfen klingen, aber bei dir kommen Steine runter.“ Ein solcher Disput unter sensiblen Künstlern hätte 1955 zum Ende des Beaux Arts Trios führen können, ehe die Formation Violine, Violoncello und Klavier ihre legendäre Karriere überhaupt begonnen hatte. Doch Pressler fühlte sich angestachelt: „Er hatte ja recht.“

Es sind Begebenheiten, Begegnungen und Philosophien aus mehr als einem halben Jahrhundert Musikgeschichte, die der gebürtige Magdeburger lebendig machen kann. Die Oldenburger werden Pressler gebannt lauschen, wenn er sich am 10. Februar 2013 im Schlosssaal präsentiert, 89-jährig dann, und bisher stets hellwach. Das Gesprächskonzert ist einer der Höhepunkte im neuen Jahresprogramm des Vereins der Musikfreunde (VMO).

Längst hat der VMO seiner traditionsreichen Reihe „Große Pianisten im Kleinen Haus” neue Bausteine angefügt. „Wir pflegen das Bewährte, das uns groß gemacht hat”, sagt die Vorsitzende Constanze Schmidt-Wilkens, „aber wer keine Visionen hat und keine neuen Ideen umsetzt, der geht eines Tages an seiner eigenen Tradition zugrunde.“ So hat der VMO längst Nachwuchsprogramme aufgelegt. Er bittet auch zum Konzert eines großen Pianisten ins Große Haus. Dort spielt Pierre-Laurent Aimard am 16. März. Der Franzose, eine Schlüsselfigur in der Umsetzung zeitgenössischer Musik, greift 290 Jahre zurück und spielt Bach, aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers.

Zum Neujahrskonzert am 6. Januar treten im Großen Haus vier Musiker der Berliner Philharmoniker und ein Mitglied des Bayerischen Staatstheaters zu „einer kleinen Lachmusik“ an. In einem Sonderkonzert am 4. September dieses Jahres kooperiert der VMO mit Oh-Ton. Die 15 Streicher vom Hamburger Ensemble Resonanz führen Rihm, Schreker, Monn und Schönberg im Programm.

Die großen Pianisten beginnen im Kleinen Haus schon am 2. September. Die Kanadierin Janina Fialkowska eröffnet die Reihe mit Grieg, Schubert und Chopin. Bertrand Chamayou spielt am 7. Oktober Debussy und Liszt. Es folgen am 27. Januar das Duo Evgeni Koroliov/Ljupka Hadzigeorgieva u.a. mit „Sacre du Printemps“ und am 12. Mai Daniil Trifonov, u.a. mit Strawinskys „Feuervogel“.

 @ Gesamtprogramm unter http://www.musikfreunde-oldenburg.de

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