Oldenburg Hausfrau Almut, Bundeswehr-Elektriker Manuel, Postbote Holger und die Bad Zwischenahnerin Margret als unfreiwilliges Mitglied des britischen Königshauses – sie alle werden den Donnerstagabend in der Kulturetage nachhaltig in Erinnerung behalten. Schließlich avancierten sie spontan zu Co-Stars im „Diagnose Dicke Hose“-Programm von Comedian Matze Knop. Denn der 41-Jährige – durch seine Promi-Parodien zu einem der erfolgreichsten Spaßmacher Deutschlands aufgestiegen – spielte gekonnt Ping-Pong mit dem Publikum. Gerade noch imitierte Knop Startrainer Pep Guardiola, dann verwandelte er sich – den spanischen Zungenschlag beibehaltend – in den romantischen Schnulzensänger Matzerike Knoplesias, der eben jene weißhaarige Almut als „hübscheste Frau des Abends“ anschmachtet und auf die Bühne bittet. Dort darf die Oldenburgerin mit Rose und Rotwein auf Knops Protz-Thron Platz nehmen und sich am Ende der Balladen-Verballhornung von Casanova Knop umarmen lassen.

Kulturetage ausverkauft

Rund 450 Zuschauer in der ausverkauften Kulturetage hatten daran Heidenspaß. Wenn sich Knop schlagfertig mit Gästen aus den vorderen Reihen neckte, etwa mit dem Opelfahrer, dem Krankenkassen-Mitarbeiter oder der Einzelhandelskauffrau, kam das genauso gut an wie seine sängerischen Ausflüge in die Welt des Hip-Hop und mit blonder Perücke als „G.G. Merkel“ in die des Schlagers. Als Macho-Prototypen präsentierte Knop seine prollige Figur „Super-Richie“ und den gebürtigen Oldenburger Dieter Bohlen. Letzteren unter anderem mit dem eher mäßigen Kalauer „Ich geh nicht kegeln, sondern bowlen.“

NWZ-Interview mit Matze Knop: Bohlen, Bayern und den VfB im Blick

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Besser gelacht wurde bei Knops Beispielen, die einen Trend zum Verweichlichen zeigten: „Mein Opa hat das Marmeladenbrötchen noch blutig gegessen.“ In seiner Kindheit gehörten Schürfwunden nach dem Spielen einfach dazu, heute werde gleich eine „Schotter-Unverträglichkeit“ diagnostiziert. Früher sei es eine Mutprobe gewesen, der „Nachbarin Böller mit Hundekacke“ in den Briefkasten zu werden. Heute bestehe die Herausforderung darin, „vom Smartphone aufzuschauen ohne Helm“.

Von Calmund bis Katar

Beste Unterhaltung boten Knops Videosequenzen, in denen der Comedian mit den eingespielten Bildern interagierte. So schaltete er etwa nach Liverpool, wo „Kloppo“ nun die Farbe Rot trägt, aber gesteht, dass er stets noch eine gelbe Unterhose drunter hat. Den ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber lässt Knop am Münchner Hauptbahnhof über die Pünktlichkeit von Zügen faseln. Natürlich schlüpfte er in etliche seiner Paraderollen: Darunter waren der heiratswütige Lothar Matthäus – „Herr der Ringe“ genannt – oder der schwergewichtige Rainer Calmund, der zugibt: „Wenn ich 30 Kilo abnehme, dann ist das so wie eine Seite aus dem Telefonbuch rauszureißen.“ Herrlich auch der Abstecher nach Katar, wo Knop als falscher Beduinenscheich „Machreibach“ die WM-Untauglichkeit des Wüstenstaates auf die Schippe nahm.

Dunkle Lichtgestalt

Seine Lieblingsfigur, den Kaiser, sparte sich Knop für den Schluss auf: Blitzschnell verwandelte er sich hinter der Bühne auch optisch in Franz Beckenbauer, der zunächst als Darth Vader kostümiert die Bühne betrat. Schließlich hat sich die Lichtgestalt mit der Fifa auf die dunkle Seite der Macht begeben. Vorwürfe, er habe die WM 2006 gekauft, wies Knop alias Beckenbauer von sich: „Jaaaa, Frrroindee, sicherliiich...dann hätt ich doch nicht die Italiener gewinnen lassen.“

Auf dicke Hose machte Matze Knop nur im Showprogramm, hinterher gab sich der Entertainer ganz bodenständig: Er bedankte sich artig bei allen Zuschauern und stand bereitwillig für Autogramme und Selfies zur Verfügung. Und Herzensdame Almut bekam noch ein Extra-Foto.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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