Frage: In der Bewerbung Ihrer Auftritte fallen Begriffe wie „Klavierkabarettist“, „Liedermacher“, „Kleinkünstler“ und sogar „Gentleman“. Sind Sie ein altmodischer Mensch?
wartke: Nicht altmodisch, der Begriff ist für mich negativ besetzt. Aber es ist schon so, dass ich mich an Showgrößen der Vergangenheit orientiere.
Frage: Wen meinen Sie konkret?
wartke: Fred Astaire, Sammy Davis Junior und Gene Kelly zum Beispiel. Die konnten sehr gut singen, hervorragend tanzen und waren einfach Multitalente. Aber auch Allround-Entertainer wie Peter Frankenfeld sind Leitfiguren für mich.
Frage: Haben Sie sich das Singen und Tanzen selbst beigebracht?
Wartke: Vieles entwickelt sich bei mir spontan, und dann möchte ich das auch unbedingt umsetzen, solange es der Geschichte dient. Zum Beispiel auf der Bühne zu einem Hip-Hop-Stück zu steppen. Mit dieser Idee bin ich damals zu einer Stepptanzlehrerin gegangen – sie hat mich nicht verstanden. Hat aber dann doch geklappt.
Frage: Sind sie ein eitler Mensch?
Wartke: Kein Künstler ist frei von Eitelkeiten. Ich mag es zum Beispiel sehr, auf der Bühne einen Anzug zu tragen. Das ist sicher nicht meine bevorzugte Alltagskleidung, aber auf der Bühne passt das. Die Leute sollen ja spüren, dass ich mich bei ihnen wohl fühle!
Frage: Sie betreiben niveauvolle Unterhaltung. Passen deshalb Anzüge besser zu ihrem Publikum?
Wartke: Ich denke nicht in Zielgruppen. Ich bewege mich auf verschiedenen Plattformen und bin in digitalen Kanälen unterwegs: Youtube, Facebook, Twitter, Soundcloud, Vimeo – das eine schließt das andere nicht aus.
Frage: Woher kommt die Neugier?
Wartke: Wenn man wie ich zwei Studiengänge erfolgreich abgebrochen hat, kann man sich sowieso nicht festlegen. Ich habe aber aus allen Fächern und Bereichen etwas mitgenommen. Ich sehe mich als Pädagoge, quasi als Kunstvermittler im Vorbeigehen. Es macht mir großen Spaß, mit den verschiedenen Genres zu spielen. Und meine Liebe zur deutschen Sprache liegt allem zugrunde.
Frage: Der Titel Ihres aktuellen Programms lautet „Was, wenn doch?“ – sind Sie ein Suchender, wollen Sie jemals ankommen?
Wartke: Viele Menschen tun Dinge aus der Angst heraus, etwas falsch zu machen. Oder aber, weil es von ihnen erwartet wird. Ich finde es wichtig, es immer erst einmal zu versuchen. Auch wenn es dann nicht klappt, hat man es zumindest probiert. Das befriedigt mich viel mehr.
Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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