Oldenburg Klavierbegleitete Kunstlieder sind kurze, knappe Preziosen, die ein Thema oder eine Gefühlslage in den Mittelpunkt stellen und mit musikalischen, stimmlichen und textlichen Mitteln ausleuchten. Neben Klassikern der Gattung Kunstlied von Franz Schubert und Johannes Brahms hatten die Mezzosopranistin Hagar Sharvit und der Bariton Aarne Pelkonen Lieder aus ihrer jeweiligen Heimat ausgesucht und am Sonntagabend dem Auditorium im Großen Haus des Staatstheaters vorgetragen.

Pelkonen sang die vier schwedischen Lieder seines Landsmannes Jean Sibelius (Sibelius gehörte zum schwedischsprachigen Bevölkerungsteil Finnlands) mit seinem jungen, frischen und flexiblen Stimmorgan teils episch breit, teils sehr dramatisch und ausdrucksintensiv. Hier wie in den meisten der erklingenden Lieder dieses gelungenen Liederabends dominierte das Thema Liebe, die nicht nur die Liebenden beglückt, sondern manchmal auch aus der Lebensbahn zu werfen vermag und tragisch enden kann.

Auch die drei neuhebräischen Lieder und das jiddische „Margaritkes“ (Margeriten), die Hagar Sharvit überzeugend durch Gestik und Mimik unterstützt wie kleine Szenen sang, berichteten von tiefen, allgemein menschlichen Gefühlen und Verunsicherungen, musikalisch, in der Begleitung (Carlos Vazquez), aber auch immer das Lebendige, Freudige, Lebenssatte intonierend.

Franz Schuberts „Gretchen am Spinnrade“ und „Die junge Nonne“ gelangen Hagar Sharvit mit satter Tiefe in der Stimme ganz besonders bei der Gestaltung der Verzückung und des Religiös-Erotischen, und das ganz ohne Forcierung und Überdruck. Alles in allem ein sehr gelungener Liederabend mit bekannten wie unbekannten Liedern und zwei jungen, aufwärts strebenden Stimmen.

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