Oldenburg Ihn lässt die Stadt nicht los: Der Filmregisseur Benjamin Teske war innerhalb kürzester Zeit nun bereits zum zweiten Mal in Oldenburg. Am Donnerstag war der Hamburger zusammen mit den zwei Hauptdarstellern seines jüngsten Films „Strawberry Bubblegums“ anlässlich des 70. Geburtstags vom Weinhändler Egon Pollmann zu Gast in der Hunte-Stadt.

Erst im September besuchten sie das Internationale Oldenburger Filmfest, bei dem der Streifen als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Dabei war diese Vorführung etwas ganz besonderes für den 33-jährigen Regisseur. Es war gleichzeitig auch die Premiere von Teskes Langfilm-Debüt. In dem Streifen sucht eine 17-Jährige nach ihrem Vater, der in der Pornoindustrie arbeitet.

Film ab: Am Eröffnungsabend erlebten sie den Film zum ersten Mal auf einer richtig großen Leinwand und vor neutralem Publikum. Danach kamen sie direkt mit den Zuschauern ins Gespräch. „Das schöne am Festival ist, dass man mit den Leuten reden kann“, sagt Hauptdarstellerin Gloria Endres de Oliveira. Dabei hätten die Zuschauer auch ganz anders reagieren können: „Während des Drehs wussten wir nicht, ob wir in der Luft zerrissen werden.“

Doch die Oldenburger waren begeistert. „Die Leute wirkten total happy“, so Endres de Oliveira. Teilweise lachten sie sogar an Stellen, die gar nicht als Scherz gedacht waren, erinnert sich der Regisseur. Trotz der positiven Resonanz hatte der Filmemacher Bammel vor der ersten richtigen Pressekritik, die ebenfalls aus Oldenburg kam. „Ich habe es natürlich sofort gelesen“, sagt Teske. Und er war direkt erleichtert: Die NWZ-Kritik seines Filmes fiel gut aus. Darüber hinaus gewann Schauspieler André Hennicke bei der Closing Night des Filmfests den „Seymour Cassel Award“ als bester Hauptdarsteller für „Strawberry Bubblegums“. Doch auch das Festival an sich hat den Regisseur und die Darsteller seines Films beeindruckt. „Das Filmfest ist so wichtig, weil sie Independent-Filme fördern“, so der Filmemacher.

Nach dem Erfolg des ersten großen Films denkt der 33-jährige Regisseur schon über die nächsten Projekte nach. Dabei weiß er am Anfang seiner Karriere, dass es nicht leicht ist, in der Branche Fuß zu fassen. „Keiner will zugeben, dass es sehr schwierig ist.“ Er schätzt die Anzahl der Leute, die tatsächlich vom Filmemachen leben können, als sehr gering ein.

Daher sollen bei der Geburtstagsfeier von Egon Pollmann Spendengelder gesammelt werden, die neben der NWZ -Weihnachtsaktion auch angehende Schauspieler und Filmemacher unterstützen sollen. Der Weinhändler lernte Teske beim Filmfest kennen. Durch den Regisseur wurde er darauf aufmerksam, wie schwierig der Karrierestart im Filmbusiness sein kann. Denn der 33-Jährige liefert das Paradebeispiel – er arbeitete insgesamt vier Jahre an seinem Debütfilm. „Davon kann man doch nicht leben“, so Pollmann.

Noch bis zum 16. Dezember kann man „Strawberry Bubblegums“ in der ARD-Mediathek anschauen. Aus Jugendschutzgründen wird er ab 22 Uhr gezeigt.

Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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