OLDENBURG Im prächtigen Oldenburger Schlosssaal sind die ersten vier Reihen nur für Kinder reserviert. Die sind schnell besetzt mit kleinen Leuten, die klassischer Musik lauschen, ohne dass Eltern und Großeltern, die in den Reihen dahinter sitzen, dauernd „Pst“ sagen müssten. Die „Promenade für kleine Leute“ weiß den Nachwuchs eben gut zu unterhalten. Sie bildet den Abschluss des mittlerweile 16. Internationalen Musikfestivals, das die Gemeinschaft der Freunde der Kammermusik in Oldenburg jedes Jahr veranstaltet.

In fröhlichen Musiktheaterstücken führt die Kinderpromenade kleine Leute an große Musik heran. Diesmal ist es die des deutschen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und seiner Schwester Fanny Hensel. Der Schauspieler Jörg Schade und die Sopranistin Melanie Spitau spielen und singen in historischen Kostümen die Geschichte von „Felix und Fanny auf Reisen“.

Auf der Bühne steht der imposante Nachbau einer Kutsche von damals. Felix und Fanny steigen hinein, die vier Streicher des Emsland Ensembles spielen ein flottes Pferdegetrappel, die Kinder klatschen dazu und schon schaukelt das Gefährt lustig im Takt. Die Geschwister fahren nach Venedig, Paris und London. Zwischendurch komponieren sie mit den Kindern ein kleines Stück, das alle auf „Lalala“ zusammen singen, bevor ihre Traumreise, die es so niemals gab, in Leipzig zu Ende geht.

Für die Kinder und Erwachsenen dieser beschriebenen Promenade A geht es anschließend in das Zelt im Innenhof. „Bilder einer Ausstellung“ des russischen Komponisten Modest Mussorgski (1839-1881) warten hier. Anders als im altehrwürdigen Schlosssaal sitzen nun viele Kinder auf Kissen am Boden. Die Inszenierung von Schauspieler Niels Kaiser und dem Trio Lezard ist passend zum Ambiente moderner und sehr lustig.

Als Museumsdirektor präsentiert Niels Kaiser den Kindern verschiedene Gemälde. Weil die Originale des Künstlers Viktor Hartmann aber natürlich nicht zur Verfügung stehen, ist lauter Unsinn zu sehen, also zum Beispiel eine Lage Eier statt Kükenballett oder ein Porsche statt Ochsenkarren. Das Bläsertrio vertont die gezeigten Gemälde und die Kinder staunen über deren 15 verschiedene, teils kuriose Instrumente, zu denen neben Oboe, Klarinette und Fagott auch ein Dudelsack zählt.

Die Musik klingt zwar nicht in allen Ohren wohl. Aber sie hat etwas durchaus Entspannendes an diesem Sonntagvormittag. Die kleine Ella genießt sie auf ganz besondere Weise. Die Zweijährige verschläft das Konzert selig auf dem Schoß ihrer Mutter.

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