OLDENBURG Iko Andrae will verstanden werden. Und zwar von jedem. „Eigentlich müsste hier ein Textband mitlaufen wie im Theater“, scherzte der Sänger vor Konzertbeginn. Plattdeutsch kann schließlich nicht jeder. Eine Übersetzung wie in der Oper fehlte an der Freilichtbühne natürlich. Die „Plattschnacker“ unter den rund 500 Besuchern auf dem Rathausmarkt waren am Mittwochabend also klar im Vorteil.

Denn zum Auftakt der Reihe „Lokalhelden“ mit Künstlern aus Weser-Ems präsentierte der Kultursommer zum ersten Mal überhaupt einen plattdeutschen Musikabend. Der Oldenburger Iko Andrae stellte mit seiner Band die CD „Stiekelstrüük“ vor – übersetzt: Stachelstrauch. Auf der Silberscheibe hat er Gedichte und Geschichten seines Vaters Oswald Andrae (1926-1997) interpretiert und vertont. Der preisgekrönte Lyriker aus Jever galt wegen seiner teils satirischen und politischen Verse mit aktuellen Bezügen als Erneuerer niederdeutscher Dichtkunst.

Vor jedem Titel gab sein Sohn am Mittwoch eine kurze Einführung auf hochdeutsch, ehe er begleitet von Michael Jungbluth (E-Gitarre), Olaf Liebert (Bass) und Andreas Bahlmann (Schlagzeug) loslegte. Der Weltenbummler mit Hans-Albers-Mütze hatte extra seinen Nordseetörn unterbrochen, um in Oldenburg aufzutreten.

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„Wir sind im besinnlichen Teil“, kommentierte Andrae einen sehr langen Abschnitt mit vielen beschaulichen Liedern maritimer Lyrik. „Ik hebb mal dröömt“, „Rode Middagsblööm“ oder „De lange Landstraat langs“ heißen die Lieder vom „Stiekelstrüük“.

Es war kein Konzert für ein Massenpublikum, das jeden sofort mitriss. Doch wer gekommen war, wollte sich einlassen auf die teils sehr persönlichen Texte. „Ich spreche Plattdeutsch und habe daher alles verstanden“, kommentierte Besucherin Monika Rülander. Und auch Ernst Jünke klatschte begeistert: „Plattdeutsche Musik höre ich gerne, das Programm fand ich sehr unterhaltsam“, lobte er. Vor allem am Schluss nahm Andrae noch mal Fahrt auf und sorgte mit schwungvollen Stücken für Stimmung. Nach 90 Minuten und ein paar Zugaben verließ er mit seiner Band die Bühne. Norddeutsch drög, ohne viele Worte zu verlieren: „Vielen Dank. Mehr haben wir nicht. Tschüß.“

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