OLDENBURG Es war ein Tag des Abschieds – und alle freuten sich, dass die Zeit des Theaters als Baustelle nun endlich vorbei ist. Am Sonnabendabend wurden die Sanierung des Großen Hauses des Staatstheaters sowie die Sanierung und Erweiterung des Probenzentrums an der Cäcilienstraße mit einem offiziellen Festakt abgeschlossen.

13 Monate Umbauzeit im Großen Haus und über zwei Jahre Planungs- und Bauzeit am Probenzentrum haben den beiden denkmalgeschützten Gebäuden innen wie außen gut getan. „Das ist ein schöner Tag“, befand Niedersachsens Kultur- und Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, „ein großartiges Baudenkmal mitten in der Stadt erstrahlt wieder.“

Neun Millionen Euro (vor allem aus dem Konjunkturpaket II) wurden aufgewendet, um das Große Haus gründlich zu überholen; weitere fünf Millionen gingen in den Ausbau des Probenzentrums. Die frühere Cäcilienschule – „Gänseschule“, erinnerte Architekt Volker Droste an den Spitznamen der einstmals „Schule für höhere Mädchen“ – war schon länger Probebühne der Schauspieler gewesen, hatte aber sowohl bauliche wie auch nutzungstechnische Nachteile gehabt. „Was wir jetzt hier sehen, ist die Metamorphose des Probenzentrums“, freute sich Generalintendant Markus Müller.

Das völlig neu gestaltete Gebäude mit dem zweistöckigen modernen, neuen Anbau passt sich gut in die Umgebung ein. „Das Bauliche passt zur künstlerischen Exzellenz des Ortes“, lobte Johanna Wanka. Was auch Oberbürgermeister Gerd Schwandner nur bestätigen konnte: „Wir Oldenburger können richtig stolz sein auf unser Staatstheater.“ Und Friedhelm Seier, Leiter des Staatlichen Baumanagements, nannte das Probenzentrum ein „herausragendes Beispiel zeitgemäßer Architektur“. Immerhin 16 Planungsbüros und über 60 Handwerksfirmen seien an dem gesamten Projekt beteiligt gewesen.

Droste erinnerte derweil an den Zustand, in dem das Probenzentrum sich früher befand: „Sehr eng, keine Umkleiden, keine Sanitäranlagen – da war einiges zu ändern.“ Eines der Hauptprobleme sei gewesen, den Neubau in die empfindliche Umgebung am Wall einzupassen („Eigentlich baut man hier nicht“). Mit den um 90 Grad gegeneinander versetzten Stockwerken sei man sowohl der äußeren Wirkung wie der inneren Nutzbarkeit gerecht geworden. „Ich denke, die Baumasse ist verträglich akzeptabel zu den Baudenkmalen in diesem Bereich“, sagte Droste.

Vier Probebühnen und ein beeindruckender Orchesterprobenraum stehen den Schauspielern und Musikern, die nach Müllers Schätzung „zwei Drittel ihres Berufslebens in den Probenräumen verbringen“, ab sofort zur Verfügung. Und sie waren am Eröffnungstag bereits belegt, unter anderem mit ersten Proben zu Tolstois „Anna Karenina“: Regisseurin Anna Bergmann ließ Eva-Maria Pichler, Alexej Kosarev und Sebastian Herrmann vor Publikum erste Schritte ins Stück hinein unternehmen – immer mit dem Gedanken an die ebenfalls nagelneue Drehbühne im Hinterkopf.

Nach der Eröffnung ging’s hinüber zur Premiere: Bei der „Zauberflöte“ bestand das Große Haus die erste Bewährung nach dem Umbau bestens.   Besprechung auf S. 25

Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.