Oldenburg „Pures Bühnengold“, schrieb die Presse über das „Archiv des Unvollständigen“, das im Mai bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen uraufgeführt wurde. Jetzt kommt der Sprachmusikabend endlich nach Oldenburg. Und damit an den Ort, an dem er entstand.

Denn das „Archiv des Unvollständigen“ ist eine Koproduktion von Ruhrfestspielen und Staatstheater. Vergeben wurde die Auftragsarbeit an die in Hamburg lebende Schweizer Autorin Laura de Weck und den Regisseur und Musiker Thom Luz, der ebenfalls Schweizer ist. Letzterer hatte bereits in Oldenburg „Zu zweit bin ich eine Katastrophe“, eine Komposition über Horst Janssen, entwickelt und inszeniert. Der Kontakt nach Recklinghausen war durch Dramaturg Jörg Vorhaben entstanden, der den künstlerischen Berater der Ruhrfestspiele bei einer Jury-Arbeit kennen gelernt hatte.

Das „Archiv des Unvollständigen“ versteht sich als heitere Sammlung all jener Momente, in denen Menschen an die Grenze von Sprache geraten, zu Stottern beginnen oder in Schweigen verfallen. Wo Worte fehlen, springt Musik ein und erzählt mit Rhythmus, Wiederholungen und Pausen weiter. Sprache und Musik stehen im „Archiv des Unvollständigen“ gleichberechtigt nebeneinander. Es wird viel gesungen und musiziert nach Partituren beispielsweise von Bach, Schubert, Arthur Honegger und Charles Ives.

Viel Lob erfuhren in Recklinghausen die fünf Schauspieler Sarah Bauerett, Hanna Franck, Caroline Nagel, Eike Jon Ahrens und Vincent Doddema für ihr Zusammenwirken „wie aus einem Guss“. Das Ensemble habe früh festgestanden, nennt Jörg Vorhaben einen Grund für den Erfolg. So habe die Autorin einerseits ihre Texte den Schauspielern anpassen können. „Andererseits haben die Darsteller sie mit entwickelt“, sagt er.

Visualisiert wird das Archiv durch ein zweistöckiges Gebäude mit je drei großen Fenstern unten und oben. Durch sie blickt der Zuschauer auf verschiedene Räume eines Tonstudios. „Man sieht den Darstellern bei der Erstellung eines Hörspiels zu“, erläutert der Dramaturg. Besonders gespannt sein dürfte man auf die Tonstörungen. Denn die sind laut Vorhaben „überspitzt komisch und amüsant. Man erkennt sich darin gleich wieder.“


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