Oldenburg Klangliche Leichtigkeit und tänzerisches Spiel, eine vibrierende und sich steigernde Erregung: So wie der abschließende Satz des Klaviertrios d-Moll op. 49 von Felix Mendelssohn-Bartholdy war auch das Spiel des jungen, aber schon international erfolgreichen Morgensterntrios.

Das Trio mit der ebenso zierlichen wie energischen Pianistin Catherine Klipfel, dem Geiger Stefan Hempel und dem Cellisten Emanuel Wehse entstand an der Folkwang-Hochschule in Essen. Die wichtigsten künstlerischen Impulse verdanken sie Menahem Pressler vom Beaux Arts Trio und dem Alban Berg Quartett.

Frühe Erfolge

Schon bald nach der Gründung gewannen sie erste Kammermusikpreise in Wien, München, Melbourne und New York. Bei diesen frühen Erfolgen und dem jetzt schnurgerade aufgezogenen Konzert im Alten Landtag mit Mendelssohn, Haydns 18. Klaviertrio in A-Dur und Beethovens Trio Es-Dur op. 70,2, dem Schwesterwerk des „Geistertrios“, erscheint es – auch und gerade von ihrer Geist und Schönheit gleichermaßen treffenden Spielweise her – nicht ausgeschlossen, dass sie einmal das für das klassische Klaviertrio sein könnten, was viele Jahre lang das Hamburger Trio Fontenay gewesen ist.

Die Wiedergabe des Beethoven-Werks aus dessen mittlerer Periode atmete von den ersten Klängen an überall und durchgehend Schmiegsamkeit an die Vorlage und poetische Verdichtung des Gehalts.

Energisch oder humorig

Die drei Musiker schienen nicht zu interpretieren, sondern sich ganz dem großen Atem der übermächtigen Vorlage hinzugeben in einem traumwandlerisch sicheren Spiel. Das konnte bei Beethoven energisch wirken, bei Haydn durchgängig humorig und bei Mendelssohn klar geformt – und dabei selbst im zartesten Detail noch schwärmerisch.

Das sichere und harmonische Zusammenspiel erlaubte das Setzen von feinen Nuancen, die mehrheitlich von der Pianistin ausgingen. Die beiden Streicher erfreuten durch einen kultivierten und beseelten Schönklang.

Haydn geriet so heiter und auch so humorvoll, dass auf den Gesichtern vieler Zuhörer ein Strahlen lag. Auch die subtilsten dynamischen Schwankungen bei Beethoven und die langsamen, aber stetigen Steigerungen bei Mendelssohn waren klar und deutlich vernehmbar.

Das lag vor allem daran, weil das erstaunliche, in einem sehr weiten Sinne harmonische Zusammenwirken zu einer glasklaren Transparenz des musikalischen Geschehens führte.

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