Haarentor /Stadtmitte Der Bundschuh ist das Symbol und auch der Name dieses Oldenburger Chores. Gleichzeitig verdeutlicht er dessen politische Orientierung. „Das mit Riemen gebundene Stück Leder oder Tuch der einfachen Landbevölkerung stand während der Bauernkriege als Symbol gegen die festen Stiefel der weltlichen und geistlichen Obrigkeit“, erklärt der Chor Bundschuh auf seiner Homepage.

Seit nun 40 Jahren verbinden links orientierte und kulturell interessierte Menschen weltanschauliches Engagement und Chormusik. Dieser runde Geburtstag soll nun gebührend gefeiert werden. Dazu möchte der Oldenburger Chor Bundschuh sich selbst und seinem Publikum ein Best-of-Paket unter dem Titel „Linke Lieder zur rechten Zeit“ schenken. Am Anfang, im Jahr 1978, erklang ein gutes Dutzend Stimmen. Der Chor versteht sich als Teil der in den 1970er Jahren entstandenen politischen Chorbewegung, die an die Tradition der Arbeiterchöre anknüpfte. Heute hat er rund 50 Sängerinnen und Sänger.

Programm zum runden Geburtstag

Ein Podiumsgespräch zum Thema „Politische Chöre heute“ findet am Freitag, 5. Oktober, ab 18 Uhr in der Carl-von-Ossietzky- Universität, Hörsaal G, Campus Haarentor, Ammerländer Heerstraße, statt. Der Eintritt ist frei. Auf dem Podium sitzen Robert Brüll (Oldenburg) Holger Kirleis (Hannover) Annegret Keller-Stegmann (Duisburg) Anne Tübinger (Tübingen) und John Hamilton (London). Es moderiert Gerhard Snitjer (Oldenburg). Das Chor-Konzert unter dem Titel „Linke Lieder zur rechten Zeit“ mit anschließender Feier am Samstag, 6. Oktober, beginnt um 18 Uhr im Großen Haus des Staatstheaters. Neben dem Chor Bundschuh wirken mit das „4 Mei-Projekt“ (Groningen), der DGB-Chor Hannover und die Bremer Chorwerkstatt. Der Eintritt kostet 10 Euro (Konzert) plus 10 Euro (Feier); Vorverkauf: Staatstheater, Telefon   222 51 11 und

www.staatstheater.de

Für das Konzert haben die Mitglieder aus den vergangenen vier Jahrzehnten Stücke ausgewählt, die laut Ankündigung „die Entwicklung des Chores widerspiegeln, dabei heute noch aktuell sind und vor allem auch musikalisch besonderen Genuss versprechen“. Mit dabei sind die „Bohemian Rhapsody“ von Freddie Mercury, ein Stück aus dem „Canto General“, den Bundschuh mehrfach vor ausverkauften Häusern in Oldenburg und sogar auf einer Konzertreise in Chile gesungen hat, oder auch „Singen“ mit einem programmatischen Text von Erich Fried, das der chilenische Komponist Gustavo Becerra-Schmidt dem Chor 1988 auf den Leib geschrieben hat. Dazu kommt die Oldenburger Erstaufführung einer kritischen Collage aus Liedern von Hanns Eisler (1898-1962), einem der wichtigsten Protagonisten der politischen Musik des 20. Jahrhunderts. Gesungen wird bis zu achtstimmig und gelegentlich auch noch doppelchörig, meistens a cappella, manchmal mit Klavier oder kleiner Combo.

Dazu treten drei befreundete Gastchöre (siehe Infokasten) auf. Deren Programm-Anteil reicht von der Romantik mit Felix Mendelssohn Bartholdy über traditionelle Musik aus Südafrika, armenische Volkslieder, kämpferische Klänge aus Südamerika und ein jiddisches „Tsigaynerlid“ aus dem Ghetto von Lodz bis zu Werken von Rio Reiser, Paul Simon und schließlich einer freien Bach-Bearbeitung im Geiste der neuen Musik.


Mehr Infos unter   www.chor-bundschuh.de 
Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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