OLDENBURG- In Chile gibt der Chor zwei Solidaritätskonzerte. Aufgeführt wird der „Canto General“.

Von Julia Sellner OLDENBURG- - Temperamentvoll und mitreißend, aber auch leise und empfindsam klingt das Oratorium „Canto General“ des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, das auf dem gleichnamigen Werk des chilenischen Dichters Pablo Neruda beruht. Und dieses Werk, das die Natur und das Volk ins Zentrum stellt und leidenschaftlich für ausgebeutete Menschen Partei ergreift, an seinem Ursprungsort zum Klingen zu bringen – diese Idee steht im Mittelpunkt des vom Oldenburger Chor Bundschuh plus initiierten Projektes „Canto Mapuche“. In Zusammenarbeit mit der chilenischen „Nichtregierungsorganisation“ Mapuche Koyaktu (Mapuche-Parlament) plant der Chor eine zweiwöchige Gastspielreise nach Chile.

Mit südamerikanischen Rhythmen, spanischen Texten und griechischen Akkorden im Gepäck geht am Freitag, 13. Oktober, für rund 70 Sänger und Sängerinnen, Solisten und Instrumentalistinnen sowie für den musikalischen Leiter Robert Brüll die weite Reise los.

„Den Canto General werden wir in Santiago de Chile open air vor dem chilenischen Regierungspalast und in der weiter südlich gelegenen Stadt Temuco im dortigen Stadttheater aufführen“, erzählt Ute Winsemann vom Bundschuh-Vorstand.

Mit den Konzerten und ihrer Chile-Reise möchte der Chor sich vor allem für die Völkerverständigung und für die Gleichberechtigung benachteiligter und unterdrückter Menschen einsetzen: „Die Mapuche, die mit 1,2 Millionen größte indigene Minderheit in Chile, und ihre Sprache werden von der Verfassung nicht anerkannt“, bedauert Payo Orellana, Europa-Repräsentant des Mapuche Koyaktu.

„Deshalb“, ergänzt Robert Brüll, „nennen wir unsere Konzerte auch Solidaritätskonzerte zur Anerkennung der Mapuche-Kultur.“ „Um ein politisches Signal zu setzen, werden wir in Chile die Texte vorher in zusammengefasster Form in der Sprache der Mapuche vorlesen“, erklärt Ute Winsemann.

Neben dieser Demonstration von Solidarität zu den Mapuche möchten die Sänger, Flötisten, Gitarristen, der Pianist und der Kontrabassist auch ein positives Deutschland-Bild in Chile hinterlassen und sich für die politische und musikalische Inspiration bedanken. Der positive Eindruck zumindest dürfte bei zwei erfolgreichen Aufführungen des „Canto General“ in Oldenburg und den unzähligen Proben programmiert sein.

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