Oldenburg Das gab es im Oldenburgischen Staatstheater lange nicht mehr: Ein Familienstück zur Adventszeit, das den Heiligen Abend auch thematisiert. „Die Weihnachten des Mr. Scrooge“ von Charles Dickens soll Kinder ab acht Jahren verzaubern und ein bisschen gruseln, handelt es sich doch um eine märchenhafte Gespenstergeschichte.

Damit gespenstisches Kettengerassel und düstere Friedhofsstimmung die jüngeren Zuschauer nicht allzu verschrecken, führen zwei Erzähler – der berühmte Autor Charles Dickens und sein Kompagnon – mit viel Humor durch die Geschichte. Und die geht bekanntermaßen so: Ebenezer Scrooge (Thomas Lichtenstein) ist ein reicher, grantiger Geizkragen, kaltherzig und ohne Mitgefühl. Seine Mitmenschen sind ihm einerlei und Weihnachten sowieso. Bis ihm an einem Heiligabend sein verstorbener Geschäftspartner als schauriges Gespenst erscheint und ihn bekehrt. Noch in derselben Nacht suchen drei Geister den alten Griesgram heim und führen ihm das vergangene, gegenwärtige und zukünftige Weihnachtsfest, allesamt jämmerlich, vor Augen.

„Mit märchenhaften, farbenfrohen Kostümen und viel Bühnenzauber“, will die Inszenierung die Zuschauer ins viktorianische London entführen, verrät Regisseurin Krystyn Tuschhoff, die zuletzt Kafkas „Verwandlung“ inszenierte: „Überall auf der Bühne gibt es etwas neu zu entdecken, ähnlich wie in einem Pop-Up-Bilderbuch.“

Musik spielt in dem gut zweistündigen Familienstück (inklusive Pause) eine große Rolle. Christoph Iacono, der schon für Brechts „Dreigroschenoper“ und zuletzt Büchners „Woyzeck“ die Musik schrieb, hat Lieder komponiert, die von den Schauspielern live gesungen werden.

„Die Weihnachten des Mr. Scrooge“ enden bekanntlich fröhlich, alles wird gut. Zuviel Glückseligkeit im vorweihnachtlichen Konsumrausch? „Wir haben lange darüber diskutiert, denn die Realität sieht ja meist anders aus als in diesem Märchen“, gesteht Krystyn Tuschhoff. „Aber vielleicht gerade deshalb wollen wir zeigen, wie der ideale Weihnachtsabend aussehen könnte – zumindest in unserer Fantasie.“

Zu den Mitwirkenden zählen neben vielen Statisten Sebastian Herrmann, Rüdiger Hauffe, Anna Steffens, Antonia Labs und René Schack.


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