OLDENBURG „Ein Volksfeind“ sei der Badearzt Doktor Tomas Stockmann, sagen die Bewohner seines Heimatortes, den er zu einem angesehenen Kurbad gemacht hat. Doch jetzt sind einige der Gäste erkrankt, und Schuld daran sind Giftstoffe im Wasser. Doktor Stockmann will das Bad sofort schließen lassen, hat zunächst auch Rückendeckung, erfährt dann aber starken Gegenwind, weil die Bewohner den Verlust von Ansehen und Wohlstand fürchten.

Henrik Ibsen (1828-1906) schrieb das Schauspiel 1882. Trotz seiner politischen Brisanz, die in Zeiten verheerender Ölkatastrophen ungemindert ist, „ist es dennoch sichtbar eine Komödie, fast eine Farce“, sagt Regisseur Jasper Brandis über das Stück „Ein Volksfeind“, das jetzt im Kleinen Haus des Staatstheaters Premiere feiert.

Die Überzeichnung von Ibsen setzt Brandis in Ausstattung und Regie um. Im Zentrum steht zwar der große, politische Skandal, darunter liegt aber die ganze Zeit der Bruderzwist zwischen dem Badearzt Tomas Stockmann (Gilbert Mieroph) und dem Bürgermeister Peter Stockmann (Bernhard Hackmann). Das vergiftete Bad gerät zum Spielball der beiden, den sie, getrieben von Eigeninteresse und Geltungsdrang, bis zur Unkenntlichkeit aufpumpen und platzen lassen.

Die Figuren, sagt der Regisseur, seien weniger Träger eines Charakters, sondern vielmehr eines Typen – der Korrekte, der Spinner, der Ideologe. Sie alle gehen entschieden zu weit. „Das Ende ist irre komisch, tragisch und tut weh“, beschreibt Brandis den fünften Akt und sagt, das fatale Ende tue der Komödie keinen Abbruch.

Jeder der fünf Akte bediene eine andere Form des Theaters, erläutert Jasper Brandis, der zuletzt „Die 39 Stufen“ für das Staatstheater inszenierte. Angefangen von einer schlichten Exposition über einen merkwürdigen Reigen, gefolgt von rasantem Tür-auf-Tür-zu-Boulevard bis zum zerstörerischen Abgesang.

In weiteren Rollen zu sehen sind Caroline Nagel, Rika Weniger, Thomas Lichtenstein, Klaas Schramm, René Schack, Eike Jon Ahrens und Vincent Doddema.

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