OLDENBURG „Kátja Kabanová“ ist eine Oper, die der russische Komponist Leoš Janácek (1854-1928) auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Alter von fast 70 Jahren schuf. Sie erzählt in tschechischer Sprache von der jungen Ehefrau Kátja, die sich nach einer Affäre das Leben nimmt. „Kátja ist eine sehr kluge Frau, aber sie passt überhaupt nicht in ihre Zeit“, sagt Lydia Steier, die zuletzt Händels „Saul“ auf dem Fliegerhorst inszenierte und jetzt die Regie von „Kátja Kabanová“ im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters innehat.

Die Handlung der Oper beruht auf dem Schauspiel „Das Gewitter“ von Alexander Ostrowski (1860). Trotz Parallelen zur heutigen Wohlstandsgesellschaft, so Lydia Steier, belässt sie das Geschehen in der Vergangenheit und verortet es etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

„Die Musik ist extrem komplex. Sie hat eine große Expressivität und erinnert an die Zeit der Stummfilme“, erläutert Dramaturg Lars Gebhardt. Die Spielweise sei dementsprechend: „Es ist eine Stille Art von Schauspiel mit reduzierter Gestik. Die Konzentration liegt auf der Mimik der Gesichter, also zum Beispiel auf großen Augen oder vernichtenden Blicken.“

Hauptperson ist Kátja (Valérie Suty). Sie ist unglücklich verheiratet mit dem reichen Kaufmannssohn Tichon (Alexej Kosarev) und leidet unter den Schikanierungen ihrer Schwiegermutter (Jayne Casselman). Während einer Dienstreise ihres Mannes gibt sie ihrer großen Liebe zu Boris (Daniel Ohlmann/Mark Duffin) nach und zerbricht daran. „Der gesellschaftliche Druck im zaristischen Russland ist groß. Aber am allerwenigsten kann Kátja selbst mit ihrem Fehltritt leben. Der Selbstmord kommt aus ihrem Innersten“, interpretiert Gebhardt.

Die Ästhetik der Bühne ist dem Zeitalter von expressionistischen Stummfilmen wie „Nosferatu“ angepasst.

Der Opernchor des Staatstheaters unter der Leitung von Thomas Bönisch wird als dörfliche Gesellschaft in die Handlung einbezogen. Thomas Dorsch dirigiert das Staatsorchester.

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