Oldenburg „Einen Geheimtipp“ kündigte Veranstalter Paddy Maindok am Sonntagabend in der Vorstellung seines Gastes im Theater Laboratorium an. Zum siebten Mal war Paul Millns bei „Singers & Players“, jedes Mal als musikalischer Geheimtipp. Seit gut 40 Jahren tourt der Sänger und Pianist aus London durch die Lande, hat mittlerweile sein 18. Album auf den Markt gebracht, zuletzt mit „Gone Again“ das vielleicht reifste.

In Oldenburg gab es vor fast ausverkauftem Haus einen Zusammenschnitt aus alten und neuen Songs, die alle eines gemeinsam haben: Sie stammen samt und sonders aus der Feder von Paul Millns und sind musikalisch anspruchsvoll, aber dennoch eingängig. Es ist schon bemerkenswert, dass jemand, der bereits in den 70er-Jahren Songs von Eric Burdon arrangierte, den internationalen Durchbruch nicht geschafft hat. Vielleicht muss man aus Oldenburger Sicht sagen: Gott sei Dank, sonst wäre er hier wohl nie aufgetreten.

Millns ist nie der Versuchung erlegen, dem Mainstream zu folgen. Seine Musik, die ein breites Spektrum zwischen Rock, Soul und R & B abdeckt, ist intelligent gemacht, lebt von überraschenden Harmonien und kommt sicher auch seinem exzellenten Klavierspiel entgegen, das noch stärker wirkt als seine zweifellos einfühlsame Stimme. Die erinnert mehr an Ray Charles als an Joe Cocker, an anderer Stelle an Tom Waits oder – in einigen Balladen – manchmal sogar an Herman van Veen. Damit löste er beim fachkundigen Oldenburger „Singers & Players“-Publikum viel Begeisterung aus.

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Dass es ein insgesamt gelungener Konzertabend war, lag sicher auch an den musikalischen Begleitern Ingo Rau (Bass) und Vladi Kempf (Drums). Besonders letzterer überzeugte mit einem feinsinnigen und einfühlsamen Rhythmuspart, der nie aufdringlich war. Dennoch hätte man sich bei dem einen oder anderen Stück eine erweiterte Instrumentalisierung gewünscht, Gitarre, Saxofon und auch ein Akkordeon für die chansonähnlichen Abschnitte wären durchaus passend gewesen.

Viel verdienter Beifall und Zugaben.

Thomas Haselier / Archiv
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