Oldenburg Die Jugend von heute hockt nur noch vor dem PC daheim? Von wegen! Die Jugend von heute kann auch noch tanzen, singen und Party machen – so bewiesen im Molkerei Klub, wo am Mittwochabend rund 600 Zwölf- bis Fünfzehnjährige das Ende eines anstrengenden Schuljahres und den Auftakt ihrer Sommerferien feiern.

Natürlich alles mit dem Wohlwollen von Mama und Papa – was für viele Elternteile aber offenbar nicht ganz so einfach ist: „Ich bin schon ganz schön aufgeregt“, sagte da beispielsweise Michael, immerhin schon 46 Lenze jung, „das ist nämlich meine erste Party“. Beziehungsweise die des Sohnemanns. Der ist wiederum gerade einmal 12, sich aber offenbar schon jetzt seines fortgeschrittenen Alters bewusst.

„Ich musste weit hinten auf dem Hof parken, damit wir nicht zusammen gesehen werden“, sagt Papa. Nun, dieser Plan ist aufgegangen – dem sonst peinlichst berührten T., dessen Name natürlich nicht genannt werden darf, bleibt das an diesem Abend erspart. Wie vielen anderen Teenies auch.

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Was vor zwei Jahren mit 750 aufgedrehten jungen Leuten in der Weser-Ems-Halle begann, hat anscheinend noch nichts von seiner Anziehungskraft bei der sonst dauerbeschallten und überreizten Jugend verloren. Kaum anders ist der bestens gefüllte Tanzsaal an neuem Standort und die angeheizte Stimmungslage ebenda zu erklären.

Es könnte ja auch mit den neuen Helden dieser Generation zusammenhängen: „Chamelle“, Top 20-Teilnehmerin der jüngsten TV-Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“, mag nun nicht jeder Ausgewachsene kennen. Für die U16-Partyriege aber ist die so versprochene „powergeladene südamerikanische Schönheit“ (wie es in der Ankündigung hieß) einfach nur „die da aus DSDS!“, wie Jonas weiß. Gut möglich, dass die junge Frau fortan besser in Erinnerung bleibt – schließlich hatte sie „Das wird ein Mega-Auftritt!“ und „Ich bin #FRESH für euch!!!!“ auf ihrem Facebook-Profil versprochen.

Hunderte Leuchtstäbe und Leuchtarmbänder weisen ihr den Weg in und durch den ausverkauften Molkerei Klub. Der wiederum hat den nötigen „Coolness-Faktor“, wie Veranstalter Maik Böse sagt, bietet auch ohne allzu großen Aufwand eine schicke, gemütliche Club-Atmosphäre – und den bei jungen Gästen beliebten DJ Nicky Jones.

„Neue Anreize“ wollte Böse mit der räumlichen Verlagerung der Party und in Zusammenarbeit mit Stadt, LzO und NWZ schaffen. Das scheint durchaus geglückt. Finden auch die Eltern. Papa Michael zumindest empfindet den Rahmen – in dem Alkohol und Zigaretten tabu sind – „behütet“, hat überdies „Vertrauen pur“ in seinen Teenie.

NWZ-Fotobox, dröhnende Bässe, grelle Lichter oder auch ein Mini-Hip-Hop-Workshop – nein, „warm werden“ mussten die Disco-Anfänger an diesem Abend mit der neu gewonnenen Freiheit nicht. „Frisch“ blieben sie im Widerspruch zum Party-Titel aber genau so wenig...

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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