Kreyenbrück Mit der Auflösung des Fernmeldebataillons 11 endete vor 21 Jahren das Fernmeldekapitel in der Standortgeschichte der Stadt Oldenburg. Gleichzeitig wurde auch das Ende der Hindenburg-Kaserne an der Cloppenburger Straße eingeläutet. Um die Erinnerung an die Kreyenbrücker Kaserne (1934-1994) und deren unterschiedliche Nutzung wach zu halten, planen Norbert Pollak (64) und Gerold Kehmeier (64) unter dem Herstellernamen „Oldenburg-Film“ eine nichtkommerzielle Filmdokumentation.

„Viele Oldenburger wissen gar nicht mehr, dass die Kaserne nach dem Zweiten Weltkrieg die ,Flüchtlingssiedlung Kreyenbrück‘ beherbergte“, nennt Pollak seine Motivation für den Film. Der ehemalige Buchhalter hat die Amateurfilmerei schon vor vielen Jahren zu seinem Hobby gemacht. Mehrfach wurden seine Filme ausgezeichnet. Er ist Vorsitzender des Oldenburger Videoclubs „Flash Off“ und des Landesverbands Niedersachsen der Film- und Video-Autoren (LNFV).

Sein Kollege Gerold Kehmeier sammelte Filmerfahrung beim Lokalsender Oeins. Dort war er mehrere Jahre lang für die Sportsendung „Kick off“ zuständig. Der frühere Polizeibeamte, dessen Mutter aus Schlesien stammt, kennt die „Flüchtlingssiedlung Kreyenbrück“ aus eigenem Erleben. Anfang der 50er-Jahre lebte er dort mit seiner Familie. „Wir wohnten im teilweise zerbombten Block 6“, erzählt er.

In der 1934/35 erbauten Kaserne lebten zwischen 1945 und 1958 bis zu 480 Familien – vielfach auf engstem Raum. Es entwickelte sich ein halb-autonomes Anwesen mit „Flüchtlingsschule“, „Notkirche“ und „Gewerbehof“. Zu den ersten Betrieben gehörte das Lebensmittelgeschäft von Kurt Bartsch. Weitere Flüchtlinge folgten seinem Beispiel. Dazu gehörte u.a. der aus Ostpreußen stammende Fleischermeister Erich Didszun.

Ab 1958 wurde die Kaserne wieder militärisch genutzt. Es zogen die Soldaten des Fernmeldebataillons 11 und des Feldartilleriebataillons 111 ein. In den 1990er-Jahren folgte im Zuge der Heeresstrukturreform der sukzessive Abbau der Truppeneinheiten.

Die Stadtverwaltung sah – trotz wirtschaftlicher Nachteile durch den Wegfall vieler militärischer und ziviler Arbeitsplätze für Soldaten – im Freiwerden von Bundeswehrflächen große Entwicklungspotenziale. Die 25 Hektar große Fläche wurde zum größten Teil für die Ansiedlung von Gewerbe und den Bau von Wohnungen genutzt. Acht Hektar beanspruchte die JVA für ihren Neubau.

Erste Vorarbeiten für ihren Film haben Pollak und Kehmeier schon geleistet. Zeitzeugen wurden bereits angesprochen. Pollak, der bereits einen Film über die Donnerschwee-Kaserne (Titel: „Reserve hat ruh“) gedreht hat, kann zudem auf Filmaufnahmen zugreifen, die er 1993 in Kreyenbrück drehte. Die beiden Hobbyfilmer suchen aber noch altes Bild- und Filmmaterial von der Hindenburg-Kaserne (insbesondere aus der Zeit der Flüchtlingssiedlung). Melden können sich gerne auch noch Zeitzeugen bzw. in den 60er- und 70er-Jahren dort stationierte Soldaten.

Wer das Team von „Oldenburg-Film“ unterstützen möchte, kann sich melden bei Norbert Pollak unter Tel. 42392 oder per E-Mail an norbert.pollak@bdfa.de.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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