Oldenburg Zum Start der neuen Spielzeit erlaubte das Staatstheater seinen Besuchern am Sonnabend zum traditionellen Theaterfest einen Blick hinter die Kulissen. Über den ganzen Tag verteilt bot das Theater Führungen durch die Werkstätten im Hinterhaus an, wobei die Besucherströme immer wieder zwischen den einzelnen Schauplätzen pendelten.

„Permanent ist Zulauf da, wir sind sehr zufrieden“, sagte Pia Meyer von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Großen Haus gab es mehrere technische Vorführungen. Hier erfuhren die Zuschauer zum Beispiel, wie die Techniker verschiedene Jahreszeiten und Wetterlagen auf die Bühne zaubern – Gewitter, Schnee und Regen. Die Besucher konnten sich auch auf der Bühne umsehen und sich auf die Seitenbühne stellen, wo die Darsteller sonst in Sekundenschnelle Kostüme wechseln oder Kulissen und Requisiten lagern. Im Kleinen Haus verwandelten Maskenbildner Solisten und Mitarbeiter des Theaters in Dracula, die Schneekönigin, Pinocchio und weitere Figuren.

„Man muss eine Idee im Kopf haben und zudem gut mit dem zur Verfügung stehenden Budget kalkulieren“, zählte die Chefmaskenbildnerin Anita Bruns zwei wichtige Eigenschaften auf, die man für den Beruf mitbringen müsse. Auch wenn die Zeit vor dem Auftritt meist knapp bemessen sei, müssten Maskenbildner immer ein ruhiges Händchen bewahren. Manchmal bleibe ihnen nur eine Stunde für das aufwendige Schminken eines Darstellers, erzählte Bruns, „man arbeitet immer gegen die Zeit.“

Davon ließ sich die dreizehnjährige Venja, die das Fest mit ihrer Mutter besuchte, jedoch nicht abschrecken. Sie interessierte sich für die Arbeit am Theater. „Es ist eine ganz andere Perspektive, mal auf der Bühne zu stehen und nicht bei den Zuschauern zu sitzen“, schwärmte sie.

Im Foyer zwischen den Häusern konnten sich Besucher gemeinsam mit einem Streichquartett des Staatsorchesters an ein „Musikpuzzle“ wagen – hier galt es, die Notenblätter in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Vor dem Eingang informierten Mitglieder der August-Hinrichs-Bühne in der „Plattschnackers Corner“ über ihre Arbeit am Staatstheater. Der Verein mit rund 60 Mitgliedern macht das Herzstück der Sparte des niederdeutschen Schauspiels am Theater aus. Um Masken, Kostüme sowie Licht- und Tontechnik kümmern sich die Laienschauspieler selbst – erhalten jedoch Hilfe von den Profis. „Deshalb kommen unsere Mitglieder teilweise sogar aus Cloppenburg“, erzählte Petra Bohlen, die seit 25 Jahren bei der August-Hinrichs-Bühne mitwirkt. „Man muss kein Platt können, um bei uns anzufangen“, sagte sie. Viele der Mitglieder steigen erst über das Platt’n’-Studio des niederdeutschen Schauspiels ein, wo es mehrere Altersklassen gibt und Platt-Paten Neulingen zur Seite stehen.

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