Oldenburg „Manchmal wache ich nachts auf und frage mich, ob ich eigentlich wahnsinnig bin“, sagt Gislinde Rosenbohm. Die Oldenburgerin beherbergt nach 2015 auch in diesem Jahr wieder die offizielle Festival-Lounge. Ab dem 14. September tummeln sich in ihrem Einrichtungshaus zwischen edlen Designermöbeln fünf Tage lange jede Menge Schauspieler, Filmemacher und Journalisten.

Schon jetzt herrscht in dem Geschäft am Pferdemarkt alles andere als die Ruhe vor dem Sturm. Für das Filmfest muss ein großer Teil des Ladens komplett umgeräumt werden, denn Festival-Leiter Torsten Neumann hat jede Menge Extrawünsche. So steht in einem Raum des Einrichtungshauses derzeit ein riesiges Doppelbett. „Das ist dort extra für Christophe Honoré aufgebaut“, sagt Rosenbohm. „Angeblich, weil ihm im Bett immer die besten Ideen kommen.“ Und Neumann möchte mit Hilfe des Möbelstücks den kreativen Prozess des Franzosen, dem das Filmfest die diesjährige Retrospektive widmet, in Wallung bringen.

Rosenbohm engagiert sich schon seit Jahren beim Filmfest – und sie hat sich im Laufe der Zeit an die kleinen Macken des Festival-Chefs gewöhnt. Neumann sei anstrengend, aber auch angenehm chaotisch-verrückt. „Aber wir sind ja bei uns in der Firma ebenfalls so leichte Chaoten“, sagt Rosenbohm. „Insofern passt das gut.“

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Chaotisch war es auch im vergangenen Jahr, als das Filmfest mit seiner Festival-Lounge zum ersten Mal im Einrichtungshaus Unterschlupf fand. „Ein Star räkelte sich mit seinem Kaffee etwas zu lässig auf einem 17000-Euro-Sofa“, sagt Rosenbohm. „Das Möbelstück mussten wir dann aufgrund der Flecken etwas günstiger verkaufen.“ Das sei aber nicht so schlimm. „Das kann mir auch passieren, wenn wir unsere Möbel auf der Landpartie präsentieren und es regnet.“ Wenn es nach Rosenbohm ginge, dann müssten sich noch mehr Oldenburger Familienunternehmen für das Filmfest engagieren. Und auch die Stadt könnte mehr für das Festival tun. „Ich habe das Gefühl, dass Torsten Neumann nicht die Anerkennung bekommt, die ihm eigentlich zusteht“, sagt die Möbelhaus-Chefin. Dass jetzt plötzlich diejenigen, die jahrelang einen Bogen um das Filmfest gemacht hätten, Karten wegen des Ehrengastes Nicolas Cage wollen, mache sie deshalb sauer.

Aber warum tut sich Rosenbohm den Stress und die Arbeit an? „Ich hasse diese Frage“, sagt sie. Die Antwort sei ganz einfach: Es würde ihr schlichtweg sehr viel Spaß machen. „Und wenn wir dieses Jahr wieder gut hinter uns gebracht haben, dann sind wir im kommenden Jahr die Profis.“

Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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