Oldenburg Den Regenschirm, den hat er gleich als Erstes in den Koffer gepackt. „Ich kenne Oldenburg“, sagt Seymour Cassel und lässt seinen Blick in Richtung Regenwolken schweifen. Na klar, die Filmfestival-Stadt kennt er mittlerweile bestens. Unzählige Male ist er nun schon dabei gewesen, hat seinen Freunden zu Hause von dem Festival erzählt – und dadurch mehr und mehr Gäste angelockt.

In diesem Jahr dürften es ihm die Filmliebhaber zum Beispiel zu verdanken haben, dass Xan Cassavetes ihr Regiedebüt, „Kiss of the Damned“, in Oldenburg vorstellen wird. Xan ist die Tochter des US-Regisseurs John Cassavetes; in dessen Film „Schatten“ debütierte Cassel 1959 als Filmschauspieler. Für seine Rolle des „Chet“ in dem Drama „Faces“, bei dem John Cassavetes ebenfalls Regie führte, wurde Cassel 1969 für den Oscar als bester Nebendarsteller nominiert – eine schöne Sache also, dass in diesem Jahr neben all den neuen Filmen auch „Faces“ beim Filmfestival gezeigt wird, und zwar an diesem Donnerstag, 21.30 Uhr, im Staatstheater. „Kiss of the Damned“ wird am Freitag, 21.30 Uhr, und am Sonnabend, 23.45 Uhr, in der Exerzierhalle präsentiert.

„Macht es Ihnen was aus, wenn ich rauche?“, fragt Cassel höflich. Nein, die Anwesenden in der Altera-Lounge haben nichts dagegen, wenn sich der Ehrengast eine Zigarre ansteckt. Berührungsängste hat der 78-Jährige nicht; stattdessen liebt er es, sich mit Leuten zu unterhalten, sich von ihrer Leidenschaft für eine Sache erzählen zu lassen. Durch seine vielen Reisen hat er festgestellt, dass wir alle gar nicht so verschieden sind. Und nicht nur das Verhalten der Leute verrate eine Menge über sie selbst – sondern auch ihre Filme, wenn sie denn welche machen.

Seine Liebe für das Show-Business („It’s a great business“) entdeckte Cassel schon in jungen Jahren. Seine Mutter war Tänzerin, mit ihr reiste er viel. Allerdings: Vom Fliegen ist der Schauspieler, der in diesem Jahr in Begleitung seiner Schwiegertochter nach Oldenburg gekommen ist, gar nicht begeistert.

Zu Hause wartet unter anderem eine große Enkelschar auf Cassel. Seine Augen leuchten, als er von den Kleinen erzählt. Er habe einen großen Ball in seinem Haus, so Cassel, auf den würden sich die Kinder immer stürzen, wenn sie bei ihm seien. Unzählige Male würde der Ball dann auf den Boden geprellt. Manchmal müsse er den Ball verstecken, gesteht Großvater Cassel. Sonst würde er verrückt.

Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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