Frage: Pep Guardiola und Jürgen Klopp sind weg in die Premier League nach England, bei Franz Beckenbauer bröckelt der Heiligenschein: Verlieren Sie da gerade drei Ihrer besten Figuren?

Matze Knop: Bei Kloppo fand ich den Wechsel nach Liverpool, ehrlich gesagt, ganz gut. Ich hatte ihn ja schon zu Dortmunder Zeiten lange parodiert. Irgendwann braucht so eine Figur auch einmal frischen Wind oder eine neue Verpackung. Dass Pep gegangen ist, das ist schon schade. Wie es mit ihm weitergeht, muss man abwarten. So eine Parodie hält sich immer ein bisschen. Luca Toni beispielsweise war auch anderthalb Jahre, nachdem er die Bayern verlassen hatte, noch sehr beliebt. Beim Kaiser ist es so, dass er zwar gerade nicht mehr so die Lichtgestalt ist, aber trotzdem wichtig bleibt und alle von ihm wissen wollen, was es mit den Millionen auf sich hat.

Frage: Würde sich jemand von Werder Bremen anbieten, in die Bresche zu springen und von Ihnen parodiert zu werden? Oder sind Oldenburgs Nachbarn zu farblos?

Vom Radio-Redakteur                                                     zum Comedy-Star

Mann mit 1000 Gesichtern: Ob Pop-Titan Dieter Bohlen, Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer oder Trainer Jürgen Klopp: Imitator Matze Knop (41) hat sie alle drauf.

Matze Knop wuchs in Lippstadt auf, wo sein Vater als Jugendtrainer u. a. die Rummenigge-Brüder Michael und Karl-Heinz formte. Seine Medienkarriere begann mit einer Ausbildung zum Hörfunkredakteur bei Radio Bielefeld. Zusätzlich absolvierte ein Journalistikstudium. Den Durchbruch feierte er Ende der 90er mit der Kunstfigur „Supa Richie“. Heute ist Knop einer der erfolgreichsten deutschen Comedians.

Mit seinem Programm „Diagnose Dicke Hose“ gastiert er am Donnerstag, 3. November, ab 20 Uhr in der Oldenburger Kulturetage. Karten kosten im Vorverkauf zwischen 28,80 Euro und 26,80 Euro. Karten unter Tel. 92 48 00.

Knop: Das Grün strahlt jetzt natürlich nicht mehr so, wie es das früher mal getan hat. Jetzt ist der Skripnik, der sich geeignet hätte, weg und den Nachfolger kennt man noch nicht so. Bei der Mannschaft würde mir jetzt zuerst Serge Gnabry einfallen, der würde zumindest frisurentechnisch was hergeben. Es würde mir leichter fallen, einen Bremer zu parodieren, wenn es richtig gut läuft oder richtig schlecht. Es läuft bei Werder ja schon länger ziemlich schlecht, aber solange wir den HSV haben, läuft es bei den Bremern doch wieder verhältnismäßig gut.

Frage: Fällt Ihnen als Comedian auch etwas zum heimischen Regionalligisten VfB Oldenburg ein?

Knop: Absolut. In meiner Heimatstadt gibt’s den SV Lippstadt, die sind derzeit Tabellenführer der Oberliga Westfalen und waren auch schon in der Regionalliga. Natürlich gibt es auch in solchen Klassen Potenzial, etwas zu machen. Bevor ich in Oldenburg bin, werde ich natürlich gucken, wo der VfB aktuell in der Tabelle steht und wie es so läuft. Dazu fällt mir dann auch sicher etwas ein. Aber so etwas bleibt in der Regel eine lokale Geschichte. In Bremen kennt man wahrscheinlich den Oldenburger Torwart schon nicht mehr.

Frage: Aber die Oldenburger kennen den Bremer Trainer. Denn Alexander Nouri hatte vorher den VfB trainiert...

Knop: Okay, wir haben ja noch ein bisschen Zeit bis zum 3. November. Vielleicht macht der Nouri bis dahin ja noch was Besonderes. Vielleicht reißt ihm die Hose oder er umarmt eine Schiedsrichterin. Oder er geht bei einem Kopfstoß zu Boden. Der Siegestanz nach dem Spiel gegen Wolfsburg war schon mal ein guter Anfang.

Frage: Welche Eigenschaften müssen Kicker mitbringen, um von Ihnen imitiert zu werden?

Knop: Also erst mal muss Relevanz da sein. Parodie funktioniert nur dann, wenn man das Original kennt. Oder einem die Marotten des Parodierten auffallen. Und dann ist es nicht verkehrt, wenn er optisch etwas bietet, also nicht nur den klassischen Kurzhaarschnitt hat, den 70 Prozent in der Liga tragen, sondern Rasta-Locken oder ein Bärtchen. Da muss schon eine echte Type oder eine besondere Charaktereigenschaft dahinterstehen. Der Brasilianer Dante zum Beispiel, der sah mit seinen Haaren nicht nur lustig aus, sondern war immer super gut drauf und fröhlich. Wenn ich so jemanden parodiere, bekomme ich selber den ganzen Tag gute Laune.

Frage: Aus Parodisten-Sicht ist Cristiano Ronaldo doch ein Geschenk des Himmels, oder?

Knop: Auf jeden Fall! Über den kann man nicht meckern. Er performt Fußball. Von dem bin ich ja immer schon Fan gewesen, auch wenn viele ihn kritisch gesehen haben wegen seiner extremen Außendarstellung. Seit der EM finden ihn ja nun auch mehr Leute sympathisch. Nur diese stromlinienförmigen Typen sind doch langweilig. Da ist mir einer wie Ibrahimovic lieber, der die Fresse aufreißt, vom Mittelkreis mit einem Fallrückzieher das Tor macht und sagt: Seht her, ich bin der Größte. Da muss ich ganz ehrlich sagen: Ja, stimmt.

Frage: Welche Ihrer Figuren macht Ihnen denn momentan am meisten Spaß?

Knop: Das kann ich gar nicht sagen. Die Abwechslung macht’s. Auf der Bühne parodiere ich ja nicht nur, sondern will auch als Stand-Up-Comedian Matze Knop überzeugen. Immer nur einen nachzuahmen, wäre mir zu langweilig und fürs Publikum zu langwierig: Allein die Maske für die Ribéry-Nummer dauert zwei Stunden. Daher gibt’s in der Show den einen oder anderen Video-Einspieler. Die Jonglage zwischen verschiedenen Parodien, Stimmen, Comedy und Gags – das ist das Erfolgsrezept.

Frage: „Diagnose Dicke Hose“ hört sich sehr maskulin an. Womit locken Sie Frauen in die Show?

Knop: Der Titel kommt bei den Damen ganz gut an. Wir Männer meinen ja oft, Frauen können über so was nicht lachen. Das sehe ich ganz anders. Frauen lachen gerne über uns Männer, wenn wir auf dicke Hose machen. Davon mal abgesehen, können sie das auch selbst ganz gut. Ich kann versprechen: Es wird eine bunte Show, in der sich alle gut unterhalten fühlen. Es geht bei mir auch um Ernährung, Autos und Schuhe. Die Schlagerbranche wird durch den Kakao gezogen. Michael Wendler, Roland Kaiser und Andreas Gabalier kommen vor – und meine Kunstfigur „G.G.Merkel“. Es wird ein Duett mit Jürgen Drews geben, der auf Videoleinwand mitsingt. Am Ende singe ich als Matzerike Knoplesias sogar einen Schmusesong.

Die Kunst bei der Fußball-Comedy ist ja, dass man gar nicht so viel über Fußball spricht. Ich erkläre ja nicht zum x-ten Mal Abseits, sondern bei Franck Ribéry geht’s darum, (Knop verfällt in den Ribéry-Tonfall) „pourquoi bin isch so aggressive, bin isch aggressive oder motivierte?“

Frage: Der Prototyp im Protzen ist ja der gebürtige Oldenburger Dieter Bohlen. In seiner Heimatstadt können wir mit dem Pop-Titan rechnen, oder?

Knop: (im Dieter-Bohlen-Tonfall) „Ja klar, wenn hier eina auf dicke Hose macht, dann der Dieda. Das wird meeegageil.“ (Und jetzt wieder mit normaler Stimme) Der Dieter kommt auf jeden Fall mit nach Oldenburg.

Frage: Können Sie eigentlich schon Carlo Ancelotti, den neuen Bayern-Trainer?

Knop: Der sollte natürlich auf jeden Fall ins Repertoire. Bisher wirkt er immer relativ relaxt und gechillt, aber man hat noch nicht viel von ihm gehört. Ich gebe Ancelotti noch mal zwei, drei Wochen. Bis dahin trainiere ich das Hochziehen der linken Augenbraue.

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Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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