Oldenburg Nora Helmer und ihr Mann Torvald sind ein glückliches Ehepaar. Sie sonnen sich in der beruflichen Karriere Torvalds, der endlich die Stelle als Bankdirektor bekommen hat. Es ist Weihnachten und das Haus voller Gäste, die alle teilhaben wollen am „guten, saftigen Lebensgefühl“, beschreibt Dramaturgin Daphne Ebner die Stimmung zu Beginn des Dramas „Nora“, das am Freitag im Oldenburgischen Staatstheater Premiere feiern wird.

Mit „Nora“ hat der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen (1828-1906) eines seiner bekanntesten Werke geschaffen, das als Paradestück weiblicher Emanzipation gilt. Mit Nora erschuf er eine Frauenfigur, die zunächst gut an der Seite ihres erfolgreichen Mannes und den drei Kindern funktioniert. Bis eines Tages der Bankangestellte Lars Krogstad auftaucht und Nora mit einem dunklen Geheimnis aus der Vergangenheit erpresst.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich in den vergangenen 140 Jahren natürlich stark verändert und mit ihr auch das Verständnis einer Ehe. Mehr als den Wandel von Rollenbild und Konventionen „hat uns aber die Thematik des Lügens interessiert“, erläutert Daphne Ebner: „Wie viele Geheimnisse verträgt eine Ehe? Wann zerbricht sie daran?“

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Ibsen hat diese Frage beantwortet. Er lässt die Ehe der Helmers scheitern und Nora ihren Ehemann und die Kinder verlassen. Bei der Uraufführung 1879 in Kopenhagen wollte man dem Premierenpublikum dieses Ende allerdings nicht zumuten: Und so blieb Nora bei ihrer Familie. Auf welche Fassung das Staatstheater zurückgreift, sei hier noch nicht verraten. Wohl aber, dass es ein Paar aus den fünf zentralen Figuren schafft, den anderen so zu nehmen wie er ist. Und ein Paar nicht.

Über die Inszenierung durch Oberspielleiter Peter Hailer sagt die Dramaturgin: „Er wirft einen emphatischen, liebevollen Blick auf die Personen. Niemand ist nur Opfer oder nur Täter. Alle stehen irgendwie mit dem Rücken zur Wand, meist aus finanziellen Gründen.“

Die Figuren sollen modern sein und der heutigen Zeit entsprechen. Kein Patriarch, kein Liebchen an seiner Seite. Dafür ein Ehemann mit Karriere-Ängsten und eine lebenserfahrene, starke Frau. Nientje Schwabe und Jens Ochlast, die derzeit auch gemeinsam in dem entzückenden Kinderstück „Zweigling“ zu sehen sind, geben das Ehepaar Helmer.

Als sterbenskranker Freund der Familie agiert Matthias Kleinert. Noras Freundin wird von Franziska Werner dargestellt. Klaas Schramm tritt als erpressender Bankangestellter Lars Krogstad auf.


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