Stockholm /Oldenburg Sechs Jahre nach Lenas Sieg in Oslo steht in diesem Jahr die Gewinnerin der fünften Staffel von „The Voice of Germany“, Jamie-Lee Kriewitz, für Deutschland auf der Bühne des Eurovision Song Contests. Ihren Song „Ghost“, den sie bereits im Finale der Castingshow zum Besten gab, wird sie auch an diesem Sonnabend, 14. Mai, in Stockholm singen.

Nur noch Show?

Nachdem Sängerin Ann Sophie im vergangenen Jahr den letzten Platz belegt hatte, erhoffen sich deutsche Fans in diesem Jahr mehr. Der spezielle Kleidungsstil der 18-Jährigen sorgt zumindest für Aufmerksamkeit. Die Outfits der Niedersächsin sind inspiriert von japanischen Mangas und stets schrill und bunt. „Es geht nicht mehr um den Gesang, sondern viel mehr um die Bühnenshow,“ sagt Straßenpianist Christian Pommnitz, der am Donnerstag in der Oldenburger Innenstadt zu Besuch war. „Früher, als Guildo Horn noch dabei war, habe ich mir den Contest angesehen. Jetzt hat das Niveau sehr nachgelassen“, sagte der Musiker der NWZ.

Oldenburgerin war bereit

Möglicherweise wären die Oldenburger etwas elektrisierter, wenn die hiesige Soulsängerin Esther Filly es in den Vorentscheid beim NDR geschafft hätte. Das nämlich war ihr Plan – aber letztendlich schaffte sie es dann doch nicht. Fan des „Eurovision Song Contest“ ist die Oldenburger Sängerin seit vielen Jahren. „Für mich ist das ein ganz großer Wettbewerb“, schwärmte die Oldenburger Soul-Sängerin im Dezember beim Besuch in der NWZ -Redaktion. Die Idee, sich für den Vorentscheid zu bewerben, hatte sie schon lange in sich getragen. Im Frühjahr 2015 war es dann so weit: Esther Filly reichte ihren Song „Freaky“ ein – dann schlitterte der federführende NDR in das Nominierungsdesaster mit Xavier Naidoo. Obwohl der NDR bestätigte, dass die Bewerbung Fillys nach der Rücknahme der Naidoo-Nominierung weiter galt, schaffte sie es nicht in den dann doch noch ausgetragenen Vorentscheid.

Vielleicht wird deswegen bei den Oldenburgern dieses Jahr offenbar kein großes Spektakel aus dem Contest gemacht. Allgemein ist das Interesse an dem Wettbewerb gesunken. Nachlassende Seriosität und der Mangel an musikalischer Qualität schrecken einen Großteil des Publikums ab, wie die NWZ  bei einer nicht repräsentativen Umfrage erfuhr. Wer sowieso zuhause ist und fernsieht, guckt es sich vielleicht an. Ansonsten wird dann später nachgelesen, wer gewonnen hat.

Eine Kneipen-Party

Eine der Ausnahmen ist die Bar und Kneipe „3Raumwohnung“ (Abraham 13), die am Sonnabend ein „betreutes Gucken“ des Finales anbietet. Das gemeinsame „Guck-Erlebnis“ und das anschließende Lästern über die Leute und ihre Outfits, sowie Käse-Igel, Eierlikör, Länderfähnchen und ein Tippspiel, sollen den Abend abrunden.

Ab 20.15 Uhr startet dann auch im Fernsehen der Countdown zum großen Finale, das dann um 21 Uhr beginnt. Beides wird vom Sender ARD übertragen.

Esther Filly wird das Spektakel am Fernseher bei der Familie ihres Mannes in Parchim verfolgen. Jamie-Lee drückt sie die Daumen, glaubt indes nicht an eine vordere Platzierung: „Klar, sie hat ein witziges Outfit, ihren Song finde ich aber zu ernst und melancholisch. Ich glaube, die Leute wollen etwas Positives sehen. Einen Beitrag, der gute Laune ausstrahlt.“ Eigenschaften, die auf ihren Bewerbungssong „Freaky“ zutreffen. Esther Filly ganz selbstbewusst: „Ich hätte heute gute Chancen.“


Livestream:   www.eurovision.de 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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