Oldenburg Die Katastrophe ist da – hier und jetzt. Vielleicht aber war sie schon, vielleicht wird sie noch sein?

Die Prognose: schlimm; sehr, sehr schlimm. Mit dem gleichnamigen Live-Hörspiel hebt das Musiktheaterkollektiv „ufaaq“ die Welt aus ihrem kausalen Zusammenhang. Im Rahmen der klangpol-Konzertreihe NOIeS! zeichnen die Künstler Christopher Böhm (E-Bass, Elektronik, Schlagzeugroboter), Michael Hoppe (Pianet und Elektronik) und Patrick Winzer (Stimme und Elektronik) an diesem Mittwochabend eine höchst diffuse, apokalyptische Bedrohung auf der Bühne der Exerzierhalle nach.

Mit viel technischem Aufwand begeben sich die Musiker Böhm und Hoppe mit Performer Winzer in einer Geschichte um zwei Wissenschaftler auf die Suche nach der Rettung vor dem „Big Boom“. Immer tiefer schraubt sich der Strudel aus Komplexität und Irrationalität in die Tiefe. Nichts ist mehr durchschaubar; weder innerhalb der dem Endzeit-Trash entsprungenen Story noch auf der Bühne: Story und Metaebene verschwimmen, der Schlagzeugroboter erweist sich als wenig berechenbar und die Bühnengestaltung mit Zimmerpflanzen, Furby – dem Kuscheltier der 90er Jahre – und Maschinen passt ebenso wenig ins Bild wie die absurden Video-Installationen. Auch die Musik will und soll sich nicht einfügen: Neben zahlreichen Sound-Effekten sorgen Parodien auf Rap und Pop ebenso wie kitschige Lovesongs für weitere Brüche. Zwischen Musiktheater und Performance bewegt sich „Prognose: Schlimm“ und zeigt mit all seinen Facetten letztlich vor allem eins: dass in der postmodernen Informationsflut die Herstellung von rationaler Ordnung vollkommen unmöglich sein muss.

Die drei Künstler spinnen die perfekte Verwirrung und feiern auf der Bühne eine Rebellion gegen Rationalität und Fakten, die sich in ihrer Absurdität nicht selten erschreckend nah am Alltag bewegt.

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