OLDENBURG Nach „Terrorprogramm“ wartet Marc Becker mit einem zweiten Stück am Oldenburgischen Staatstheater auf. „Glück für alle“ heißt der wohlige Titel, mit dem der Hausautor und Regisseur sein Publikum anderthalb Stunden lang in der ehemaligen Exerzierhalle glücklich machen will.

In Beckers Tragikomödie verheißt der renommierte, leicht faschistisch angehauchte Wissenschaftler Doktor Adamo (Thomas Lichtenstein) Langzeitglück für jene, die mit ihm ins Weltall fliegen. Mit an Bord des Raumschiffes gehen fünf glücklose Probanden. Sie werden gespielt von Caroline Nagel, René Schack, Rika Weniger, Jens Ochlast und Klaas Schramm.

Marc Becker hat sich im Vorfeld intensiv mit Science-Fiction-Romanen und Filmen beschäftigt, aber auch mit philosophischen Abhandlungen übers Glücklichsein und Möglichkeiten modernster Gentechnik. In „Glück für alle“ entwickelt er ein absurdes Gedankenspiel der Extreme.

So mutiert einer der fünf Reisenden, der sich weniger Technik und mehr Natur zum Glücklichsein wünscht, kurzzeitig zum Affen. Ein anderer ist so selbstverliebt, dass man ihn als Frau nachbaut. Die Beziehung der beiden scheitert binnen Minuten. Eine der beiden Frauen an Bord verwandelt sich in eine Maschine, jenseits deprimierender Emotionalität.

„Das Stück nähert sich Glück aus unterschiedlichen Richtungen und gibt einen Ausblick, was technisch möglich ist“, erläutert Marc Becker. Viele Fragen werden in der Inszenierung aufgeworfen: Was bewirken Gene? Wie steht es mit dem freien Willen? Welchen Preis ist man bereit zu zahlen, um glücklich zu werden?

Ernste Fragen, denen Marc Becker mit skurriler Absurdität begegnet: „Ich glaube, es wird ziemlich komisch“, beschreibt er die Stimmung seines ersten Science-Fiction-Stückes. Alleine wegen der Bühne lohne es sich, in die Exerzierhalle zu kommen, ist sich der gebürtige Bremer sicher. Ausstatter Harm Naaijer hat ein nostalgisches, teils verrostetes Raumschiff entworfen, mit dem die Crew in die Zukunft fliegt.

„Glück für alle“ von Marc Becker ist eines von vier Stücken der Frankfurter Positionen, die dieses Jahr unter dem Motto „Leben erfinden – über die Optimierung von Mensch und Natur“ stehen. Dort wird es wenige Tage nach der Oldenburger Premiere am 8. Mai gezeigt.

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