Frage: Herr Professor Nebel, wie bewerten Sie die Unterstützung des Landes für den IT-Campus?

Nebel: Wir stehen ungefähr seit Beginn der neuen Legislaturperiode mit dem Land – genauer gesagt mit dem Wirtschafts- und dem Wissenschaftsministerium – in der Diskussion, ob das Konzept des IT-Campus’ unterstützt werden kann. Beide Ministerien hatten bereits im April signalisiert, insgesamt bis zu zehn Millionen Euro beizusteuern. Dass es jetzt tatsächlich die zehn Millionen Euro geworden sind, freut uns sehr und räumt einige Restrisiken aus.

Der Experte

Professor Dr.-Ing. Wolfgang Nebel ist Vorstandsvorsitzer sowie Bereichsvorstand Energie, Produktion und Verkehr beim Informatikinstitut Offis in Oldenburg.

Frage: Welche Bedeutung hat der IT-Campus für Oldenburg?

Nebel: Viele Projekte in Oldenburg befassen sich direkt oder indirekt mit Digitalisierung. Der IT-Campus ist daher wichtig für einen intensiven Austausch unterschiedlicher Experten und um Synergieeffekte zu nutzen. Der Campus wird eine Sogwirkung haben, Unternehmen anziehen, aber auch attraktiv sein für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachkräfte. Es war von vorn herein das Ziel, ein Leuchtturmprojekt für Digitalisierung in Niedersachsen zu schaffen. Dabei wurden wir frühzeitig von Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer, dem Arbeitgeberverband und auch auf politischer Ebene – sowohl Land als auch Bund – fraktionsübergreifend unterstützt. Sehr aktiv waren auch die Landtagsabgeordneten Hanna Naber und Ulf Prange (beide SPD). Alle haben gemeinsam die Chance erkannt, im Rahmen der Digitalisierungsoffensive Oldenburg zu stärken.

Frage: Wie hoch sind die Gesamtkosten?

Nebel: Die 32 Millionen Euro, von denen jüngst immer die Rede war, stimmen nicht. Dieser Betrag könnte noch aus einer Zeit herrühren, als wir noch deutlich kleiner geplant haben. Inzwischen gehen wir allerdings von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag für den IT-Campus aus. Dafür soll er auch größer werden. Denn anfangs wussten wir noch nicht, dass wir so viele Stakeholder und (Mit-)Nutzer für den Campus haben werden. Dabei handelt es sich nicht nur um das Offis, sondern auch um die Uni mit der IBS IT & Business School Oldenburg – also der Berufsakademie –, um das Deutsche Forschungszen­trum für Künstliche Intelligenz mit Standort in Oldenburg sowie Unternehmen und Start-ups, die einen Platz suchen, um sich gegenseitig zu unterstützen, eng zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen. Die genaue Summe steht allerdings noch nicht fest, da wir noch in der Planung sind.

Frage: Woher sollen die restlichen Millionen kommen?

Nebel: Es wird unterschiedliche Nutzungsmodelle für den Campus geben. Das Offis wird den Teil, den wir nutzen, mithilfe der zehn Millionen Euro des Landes und mit dem Geld, das wir durch den Verkauf unserer Bestandsimmobilien erzielen, kaufen. Bei einem Großteil der anderen Nutzer handelt es sich um Mieter. Daher streben wir an, die Planung schnellstmöglich abzuschließen und Mietverträge zu unterzeichnen.

Frage: Wann soll der Bau beginnen und wie kam es überhaupt dazu?

Nebel: Wir hoffen, dass bis Ende dieses Jahres die Grobplanung steht. Alle Stakeholder sitzen an einem Tisch. Ich rechne mit etwas Sichtbarem im Laufe des nächsten Jahres. Begonnen hat eigentlich alles mit dem Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung Ende 2017/Anfang 2018. Seitdem gab es viele Gespräche mit und zwischen den Ministerien.

Sabrina Wendt Redakteurin / Gesamtleitung Ostfriesland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.