Oldenburg Es ist keine Seltenheit, wenn alle Mitglieder einer fünfköpfigen Familie im selben Sportverein aktiv sind. Dass aber alle in einem Verein Fußball spielen, kommt nicht so oft vor. Beim SV Eintracht am Hellmskamp zieht sich nicht nur der 50-jährige OB-Kandidat Jürgen Krogmann (SPD) das lilafarbene Vereinstrikot (Ü 48-Team) über, für den SVE schnüren auch Ehefrau Inge (49) und die Kinder David (22), Kristina (20) und Laura (18) die Stollenschuhe.

Fußball spielt daheim bei den Krogmanns allerdings keine Hauptrolle. Dabei gäbe es genügend Gesprächsstoff. Vater Jürgen drückt Werder Bremen die Daumen, die Töchter fiebern mit Borussia Dortmund. „Das aktive Spielen steht bei uns im Vordergrund. Für gemeinsame Gespräche haben wir meist andere Themen“, erklärt der Landtagsabgeordnete Jürgen Krogmann, der es an diesem Morgen genießt, mit der Familie („Die gibt mir den notwendigen Rückhalt“) zu frühstücken.

Denn derzeit ergeben sich nur selten Gelegenheiten, zu denen sich alle um den großen Tisch im Wohnzimmer versammeln. Sohn David, der Politikwissenschaften studiert, beginnt ein Auslandssemester in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, Tochter Kristina studiert Kommunikationswissenschaften im niederländischen Amsterdam. Im Elternhaus wohnt somit nur noch Tochter Laura. Nach ihrem Abitur in diesem Sommer hat sich die 18-Jährige für ein freiwilliges soziales Jahr im Kindergarten entschieden.

Die familiären Gespräche drehen sich an diesem Morgen um die Erlebnisse im gemeinsamen Urlaub. Im August erholten sich die Krogmanns auf ihrer Lieblingsinsel: Texel hat es den Campingfans schon vor Jahren angetan. „Die Urlaube sind immer ein großes Familientreffen, zu dem auch unsere Geschwister kommen“, erzählt Inge Krogmann. Um sich auch zu Hause an die schöne Zeit erinnern zu können, hängt ein gerahmtes Foto vom Strand der holländischen Insel an der Wand neben dem Esstisch.

Seit 14 Jahren leben die Krogmanns in Etzhorn. 1997 waren sie von Ofenerdiek aus ins Eigenheim umgezogen. Damals stand der in Steinfeld (Landkreis Vechta) geborene Jürgen Krogmann noch in Diensten der Stadt Oldenburg. Der ehemalige Hörfunkreporter beantwortete als Pressesprecher die Anfragen von Journalisten.

Als Gerd Schwandner vor acht Jahren als neuer Oberbürgermeister ins Rathaus einzog, folgten personelle Veränderungen im Presseamt. Krogmann musste gehen. Nun will er als Schwandners Nachfolger zurück ins Rathaus. In den vergangenen Jahren sammelte der Kandidat auch reichlich politische Erfahrung für den Kampf um die Verwaltungsspitze. Seit 2008 gehört der Sozialdemokrat (Mitglied seit 1987) dem Landtag in Hannover an. Im Oldenburger Rat sitzt er seit drei Jahren. Bei der Kommunalwahl 2011 erhielt der Hobby-Segler stadtweit das beste Stimmenergebnis.

Früher als alle anderen OB-Kandidaten kündigte Krogmann sein Interesse an. Bereits im Juli 2013 erklärte er: „Das dynamische Wachstum zu fördern und zugleich den sozialen Zusammenhalt und die große Lebensqualität zu bewahren, ist eine Herausforderung, die mich sehr reizt.“

Um sein Ziel zu erreichen, setzt er u.a. auf Hausbesuche. An mehr als 1000 Haustüren hat er in den vergangenen Wochen geklingelt, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Hauptthema war dabei die Diskussion ums Altpapier. Als neu gewählter OB möchte der SPD-Bewerber dieses Problem schnell lösen. Dazu führt er auch regelmäßig Gespräche mit dem Chef des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebs. Der wohnt nämlich in seiner Nachbarschaft.

Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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