Oldenburg Gehört zu einem Film(-Fest) nicht ein Happy-End? Hier ist eines: Filmfestchef Torsten Neumann (48) und Hollywood-Schauspielerin Deborah Kara Unger (unterschiedliche Altersangaben) werden heiraten; Unger trägt bereits einen Verlobungsring. Kennen und lieben gelernt haben sie sich, natürlich, auf dem Filmfest. Lange haben die beiden die Beziehung geheim gehalten, am letzten Filmfesttag bestätigte Neumann die Liebe auf Nachfrage der NWZ . „Das ist die konsequente Fortentwicklung der Tatsache, dass an diesem Festival mit Leidenschaft gearbeitet wird“, sagte Neumann. Einen Hochzeitstermin nannte er noch nicht.

Ein öffentliches Liebesgeständnis hat es aber bereits zuvor beim Filmfest gegeben: Nachdem Schauspieler Seymour Cassel mit dem Großen Stadtsiegel ausgezeichnet worden war und eine kleine Dankesrede hielt, blickte er suchend im Publikum umher: „Xan, bist du da?“ Schließlich hatte der 78-Jährige in diesem Jahr die Regisseurin Xan Cassavetes, die er bereits von Kindesbeinen an kennt, mit ihrem ersten Film „Kiss of the Damned“ nach Oldenburg mitgebracht. Sogleich schnellte Cassavetes Arm in die Höhe mit den Worten: „I love you!“

Eine Reihe vor Xan Cassavetes saß indes Schauspielerin Lindsay Burdge. Die beiden Frauen kamen ins Plaudern: Cassavetes lobte dabei den Oldenburger Kaffee („Der Kaffee in dieser Stadt ist echt gut“), Burdge bewunderte das Kleid der Regisseurin („Wunderschönes Kleid“ – „Danke“). Im Anschluss der Veranstaltung setzten sich die beiden ins nächstgelegene Café – und tranken natürlich einen Oldenburger Kaffee.

Gefeiert wurde in den Filmfestnächten nicht zu knapp. In den frühen Freitagmorgenstunden stießen Schauspieler, Produzenten und Regisseure im Marvin’s an, in der Nacht zu Sonnabend war die alte Justizvollzugsanstalt dann für die „Geheimparty“ auserkoren worden. Das Filmfestteam hatte sich eigens dafür Häftlingsoutfits angezogen, rote und blaue Scheinwerfer tauchten das Gebäude in hübsches Licht. Sonnabendnacht lud dann die „VIP-Party“ in der Seelig Kulturlounge zum ausgelassenen Feiern ein.

Neidisch war Jared Raab, Produzent des Films „The Dirties“ aus Kanada, auf die Leute, die ein Fahrrad haben. Er selbst hatte keins und lief immer zu Fuß. Als Frank Mrozek, Sprecher der Kulturetage, von der misslichen Lage des Filmfest-Gastes erfuhr, griff er kurzerhand zum Handy und organisierte ein Leihfahrrad bis zu Raabs Abreise. Apropos Raab: Der Produzent war überrascht, als er in Deutschland ein großes Plakat seines Namensvetters, dem Entertainer Stefan Raab, entdeckte. „In Kanada ist der Name sehr selten. Das Plakat habe ich erst mal abfotografiert.“

Für reichlich Unterhaltung hat Jurypräsident Bobcat Goldthwait (bekannt aus „Police Academy“ als Captain Zed) gesorgt: Bei der Vorstellung der internationalen Jury hielt er Torsten Neumann zunächst beim Fototermin einen Blumenstrauß vors Gesicht. Als er im Anschluss einen Ehrenpreis verliehen bekam, saß ihm der Schalk erneut im Nacken: „Mein Name ist falsch geschrieben.“ Nervös warf Neumann einen Blick auf die just überreichte Auszeichnung; „war nur ein Scherz!“ Die meisten, eigentlich alle Oldenburger, seien sehr nett, so Goldthwait. „Bis auf eine Ausnahme: Ein Kind war ein Blödmann. Es hat nach Tauben getreten.“ Goldthwait erklärte den Oldenburgern: „Ich versuche, mich selbst nicht so ernst zu nehmen. Aber es freut mich, dass ihr meine Filme ernst nehmt.“

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