Oldenburg Die Feuerwehr ist auch für den Tierschutz unterwegs. Wie das genau aussieht, hat diese Redaktion erfragt. Stadtsprecher Stephan Onnen teilt folgende Antworten mit.

An wen kann man sich bei einer Tierrettung wenden?

Wenn sich ein Tier in einer schweren Notlage befindet (zum Beispiel eingeklemmtes Tier) und der Halter keine Lösung zur Befreiung des Tieres hat, kann in dieser Notlage die Feuerwehr über den Notruf 112 gerufen werden. Der Leitstellendisponent entscheidet dann im Rahmen der Notrufabfrage, ob ein Feuerwehreinsatz gerechtfertigt ist. Bei einer Katze im Baum ist eine Rettung über die Leiter der Feuerwehr erfahrungsgemäß schwierig oder gar nicht möglich, da sich das Tier in den meisten Fällen aus Angst nicht einfangen lässt und weiter in die Baumkrone flüchtet.

Ist auch die Stadt Ansprechpartnerin?

Im Zweifel können Betroffene sich an die Stadt über die Rufnummer Telefon  235-44 44 wenden. Das Service-Center wird sich dann um eine Lösung bemühen und entweder direkt die Feuerwehr kontaktieren oder auch – im Fall einer erkennbaren schweren Notlage – die Leitstelle ins Boot holen. Führt der Anruf beim Service-Center zum Feuerwehreinsatz, wäre auch dieses Ausrücken gebührenpflichtig. Das Einfangen, in Obhut nehmen, Transportieren oder Bergen von Tieren beispielsweise zählt zu den „freiwilligen Einsätzen“, die nicht unentgeltlich erbracht werden.

Wie teuer ist eine Tierrettung?

Die Höhe der Kosten ist individuell und wird nach Aufwand gemäß der Gebührensatzung der Feuerwehr berechnet. Konkreter ist die Antwort aus der Stadtverwaltung nicht. Laut Gebührensatzung kostet beispielsweise das Personal im Einsatzdienst (je Feuerwehrfrau/-mann) pro halbe Stunde 20,50 Euro. Der Einsatz oder die Überlassung von Fahrzeugen (ohne Personal) sieht zum Beispiel für die Drehleiter einen Tarif von 172,50 Euro pro halbe Stunde vor, ein Mehrzweckwagen kosten 65 Euro/halbe Stunde, ein Einsatzleitwagen 33,50 Euro/halbe Stunde. Je nachdem, was für eine Tierrettung benötigt wird, summiert sich das.

Wer bezahlt den Tierrettungseinsatz?

Kostenerstattungspflichtig ist grundsätzlich der Halter des Tieres.

Wie arbeiten Tierschutz und Feuerwehr zusammen?

Diese Frage beantwortet Andreas Hohls vom Tierschutztelefon des Tierschutzvereins Oldenburg so: „Mit der Feuerwehr Oldenburg ist das eine super Zusammenarbeit.“ Die Feuerwehrwache in der Ibo-Koch-Straße sei (außerhalb der Öffnungszeiten des Tierheims) für Fundtiere aus dem Stadtgebiet Oldenburg zuständig.

„Wenn einem zum Beispiel eine Katze hintergelaufen ist oder man einen Hund findet, kann man das Tier zur Ibo-Koch-Straße bringen.“ Man müsse seinen Personalausweis vorlegen. „Damit nicht einfach jemand auf diese Weise anonym sein eigenes Tier abgibt“, erklärt Hohls.

Auf der Wache gebe es Boxen für Hunde, Katzen und Vögel. Es lägen dort Formblätter vor, auf denen alles notiert werde. „Die Feuerwehr hat auch ein Chip-Lesegerät“, weiß Andreas Hohls. Gechipte Tiere, die im Tierregister des Vereins Tasso oder Findefix (Deutscher Tierschutzbund) gemeldet sind, könnten so doch sehr schnell ihrem Besitzer zugeordnet werden.

Außerdem habe die Feuerwehr einen Schlüssel für Notfallboxen im Oldenburger Tierheim, so dass die Fundtiere auch zu später Stunde noch ins Tierheim kommen können.

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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