Oldenburg Unterlagen und Geld hatten die Ermittler der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) in einem rund 40 mal 40 Zentimeter großen Möbeltresor vermutet – Beweismittel, die in einem bislang nicht näher erläuterten Ermittlungsverfahren durchaus von Bedeutung sein könnten. Doch als der Panzerschrank, der bereits einige Monate zuvor sichergestellt worden war, am Dienstagmorgen auf dem Oldenburger Polizeigelände an der Bloherfelder Straße geöffnet werden sollte, kam es zu einer folgenschweren Detonation: Zwei Kommissare (39 und 36 Jahre alt) der Technischen Einsatzeinheit (TEE) wurden dabei verletzt. Der 36-jährige Beamte sogar so schwer, dass er für einige Tage im Krankenhaus bleiben muss.

Lebensgefahr habe nicht bestanden, auch sind nach NWZ-Information wohl keine bleibenden Schäden zu erwarten. Umherfliegende Splitter und Tresorteile trafen vorwiegend Gesicht, Arme und Oberkörper der Männer, wie es heißt. Ein weiterer Kommissar der in diesem Verfahren federführenden ZKI war ebenfalls im Raum. Er blieb zum Glück unverletzt.

Mit einem Trennschleifer hatten die beiden Männer in einer Werkstatt – fernab von Büros – versucht, den Tresor zu öffnen, bis es schließlich zur Explosion kam. „Nach ersten Ermittlungen hatten sich in dem Tresor Feuerwerkskörper befunden, die sich durch die Hitzeentwicklung entzündeten“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Die Detonation gegen 10 Uhr seit weithin zu hören gewesen. „Mehrere Fensterscheiben und Teile des Inventars gingen durch die Druckwelle sowie durch umherfliegende Splitter zu Bruch“, heißt es von der Polizei.

Welche Feuerwerkskörper solch eine massive Explosion ausgelöst haben mögen, blieb zunächst ungeklärt. Dem Vernehmen nach seien Vorder- und Rückwand des Tresors herausgeschleudert worden, die Feuerwerkskörper damit von offenkundig „besserer Qualität“, wie es aus Reihen der Polizei heißt. Sprich: „Die Kollegen haben wahnsinniges Glück gehabt, dass nicht noch mehr passiert ist.“

Ein sogenannter Delaborierer – ein Spezialist für Sprengstoff – war vor Ort, Spuren und Splitter würden nun zur Klärung des Geschehens und zur Analyse der im Tresor befindlichen Materialien ausgewertet. Derzeit spreche nichts dafür, dass die Explosion absichtlich durch den Eigentümer des Tresors herbei geführt worden sein könnte.

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Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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