Oldenburg Wegen eines besonders schweren Raubes und besonders schwerer räuberischer Erpressung muss sich seit Mittwoch ein 21 Jahre alter Mann aus Polen vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Der Angeklagte soll am 13. Oktober vorigen Jahres in einem Wohncontainer für Bauarbeiter in Oldenburg auf zwei Landsleute mit einem Cuttermesser eingestochen und die Opfer ausgeraubt haben.

Laut Anklage traf es zunächst einen Mann, der schon geschlafen haben soll. Den Ermittlungen zufolge drohte der Angeklagte damit, ihn zu töten und stach auf ihn ein. Das Opfer wurde am Arm schwer verletzt. Ein dritter Mann soll dem Opfer daraufhin zu Hilfe geeilt sein. Auch auf diesen Mann soll der Angeklagte eingestochen haben und konnte zwei alte Handys sowie zehn Euro erbeuten. Das dürfte sich nicht gelohnt haben – ist doch jeder der beiden angeklagten Tatbestände mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren Gefängnis bedroht.

Der Angeklagte hat am Mittwoch über den Oldenburger Verteidiger Karsten Dierig die Vorwürfe eingeräumt. Er will sich aber nicht erinnern können. Im Vorfeld der Taten habe er laut eigener Angabe Bier, ein bisschen Wodka und eine ihm unbekannte Pille (Amphetamin) zu sich genommen, so der 21-Jährige. Nach den Taten war der Angeklagte in aller Ruhe in eine Bar gegangen und will dort überrascht gewesen sein, als plötzlich die Polizei vor ihm stand.

Auch die Motive geben Rätsel auf. Zwischen dem Angeklagten und den Opfern soll es keinen Streit gegeben haben. Der 21-Jährige konnte zehn Euro erbeuten, selbst hatte er noch 70 Euro dabei und auch sein eigenes Handy war viel mehr wert als die Handys der Opfer.

Die Kammer unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm kann sich aber auch noch eine andere Version des Tatgeschehens aussuchen. Denn das erste Opfer, das während der Messerattacke auf dem Bett lag, sagte Mittwoch aus, dass er von dem Angeklagten und dem Ersthelfer angegriffen und verprügelt worden sei. Ob es weitere Versionen der Tat geben wird, bleibt abzuwarten.

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