Oldenburg Der junge Mann, der einen Polizisten am Bahnhof angegriffen und ein paar Tage später noch einmal dort randaliert hatte, musste sich nun vor Gericht verantworten. Durch ein sogenanntes beschleunigtes Verfahren stand er am Dienstag – eine Woche nach seinem jüngsten Ausraster – vor einem Richter. Ergebnis: Acht Monate Jugendhaft auf Bewährung.

Was war passiert: Der 20-jährige hatte am Dienstag, 19. November, einen Bundespolizisten am Bahnhof attackiert. Dabei kam eine Kette zum Einsatz, an der unter anderem ein Vorhängeschloss und ein Metallbecher befestigt waren. Der Beamte wurde bei dem Angriff so verletzt, dass er nicht mehr dienstfähig war. „Und er ist auch noch nicht wieder im Dienst“, sagt Richter Dr. Horst Freels.

Beleidigt und bespuckt

Dem Angriff vorausgegangen war eine Gemengelage, in deren Rahmen Mitarbeiter der Bahn-Sicherheit aus einer Personengruppe heraus bespuckt und beleidigt wurden. Als die Bundespolizei der Gruppe daraufhin einen Platzverweis erteilen wollte, habe diese sich „uneinsichtig und aggressiv“ gezeigt. Aus der Gruppe heraus habe der Angeklagte, der derzeit ohne festen Wohnsitz ist, den Polizisten attackiert und ihm eine Platzwunde zugefügt.

Eine Woche später, am Dienstag, 26. November, ist der 20-Jährige erneut unangenehm aufgefallen. In der Bahnhofsmission geriet er mit seiner Ex-Freundin in Streit und „beleidigte sie vulgär“, wie die Polizei mitteilte.

Nachdem ein Mitarbeiter der Bahnhofsmission sich schützend vor die Frau gestellt und den Mann zum Verlassen des Bahnhofs aufgefordert hatte, bedrohte er den Missions-Mitarbeiter, beleidigte ihn und schleuderte anschließend sein Fahrrad von außen vor die Glasscheibe der Einrichtung. Bundespolizisten nahmen sich des 20-Jährigen im Anschluss an. Das Amtsgericht entschied, dass er in Haft auf seine Verhandlung warten muss.

Tätlicher Angriff

Der 20-Jährige musste sich unter anderem wegen Beleidigung und tätlichen Angriffs auf einen Vollstreckungsbeamten in Tateinhergang mit gefährlicher Körperverletzung verantworten. „Gefährlich daher, weil er ein Werkzeug benutzt hat“, erklärt Freels.

Für die nächsten zwei Jahre gilt nun also für ihn die Bewährung: „Er bekommt einen Bewährungshelfer an die Seite gestellt und muss sich auch einer Drogentherapie unterziehen“, sagt Richter Freels.

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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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