Oldenburg Im Prozess gegen einen 26 Jahre alten Flüchtling aus Marokko, der in einem Oldenburger Asylbewerberheim einem 18-jährigen Flüchtling aus Afghanistan absichtlich ein Messer ins Gesicht geschlagen haben soll, ist der Angeklagte zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Oldenburger Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Sebastian Bührmann wertete die Tat als gefährliche Körperverletzung.

Den ursprünglichen Tatvorwurf des versuchten Totschlags ließ die Kammer fallen. Ein Tötungsvorsatz konnte nicht festgestellt werden. Mit dem Strafmaß erfüllte das Gericht den Antrag von Oberstaatsanwalt Thomas Sander. Die Verteidigung dagegen hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Sie war der Ansicht, dass der Angeklagte sein Opfer nicht absichtlich verletzt hat. Doch das kam für Staatsanwaltschaft und Gericht gar nicht infrage.

Das Opfer war bei dem Angriff im Dezember vergangenen Jahres schwer verletzt worden. Noch heute zeugt eine lange Narbe im Gesicht des 18-Jährigen von der Wucht des Schlages. Hintergrund der Tat soll eine Bestrafungsaktion sein. In der Asylbewerberunterkunft war es häufig zu Sachbeschädigungen gekommen. Der 18-Jährige war von der Heimleitung gebeten worden, mögliche Täter zu melden – und nannte offenbar den Angeklagten.

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Der 26-Jährige soll in der Unterkunft Türen nicht geöffnet, sondern einfach aufgetreten haben. Nach der Meldung an die Heimleitung hatte der 18-Jährige keine ruhige Minute mehr gehabt. Es habe mit dem Angeklagten ständig Streit gegeben, der schließlich in der brutalen Messerattacke seinen Höhepunkt gefunden haben soll fand. Ob der Angeklagte das Urteil nun akzeptiert, ist offen. Er könnte noch Revision gegen einlegen. Dann würden allerdings nur mögliche Verfahrensfehler geprüft. Nach der Verbüßung der Strafe muss der Angeklagte mit seiner Abschiebung rechnen.

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