Nadorst Im Prozess gegen den 28 Jahre alten Mann aus Oldenburg, der sich wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf ein Sonnenstudio an der Nadorster Straße vor dem Oldenburger Landgericht verantworten musste, ist der Angeklagte am Montag freigesprochen worden.

Dieses Ergebnis zeichnete sich eigentlich bereits vor vierzehn Tagen ab, als die Kammer unter Vorsitz von Richter Horst Kießler den Angeklagten aus der Untersuchungshaft entließ. Die Indizien, die dem Gericht vorlagen, reichten demnach für eine sichere Schuldfeststellung nicht aus.

Mehrere Wochen nach der Tat im Februar dieses Jahres war der hartdrogenabhängige Angeklagte festgenommen worden. Der 28-Jährige war auf Entzug gewesen und depressiv. Er redete unter Tränen viel, verlangte nach „Knast“ und Strafe und beantwortete die Frage der Beamten, ob er über das Opfer im Sonnenstudio nachgedacht habe, dass er nicht nachgedacht habe. Und als im Keller seines Hauses das mutmaßliche Flucht-Fahrrad gefunden wurde und der Angeklagte einst ähnliche Schuhe getragen haben soll wie der Räuber, war der 28-Jährige so gut wie verurteilt.

Doch die Kammer stufte die Aussagen des Angeklagten, der bei der Festnahme unter dem Eindruck des Entzugs gestanden hatte, als wirres Zeug ein. „Wir können damit nichts anfangen“, erklärte Richter Kießler. Auf diesen Angaben lasse sich zumindest kein sicherer Schuldspruch stützen. Es würden weiterhin Zweifel bleiben, und die müssten sich zugunsten des Angeklagten auswirken. Für die Staatsanwaltschaft dagegen sprachen die vorliegenden Indizien für eine Täterschaft des Angeklagten. Sie hatte knapp drei Jahre Gefängnis für den Angeklagten sowie dessen Unterbringung in der geschlossenen Entziehungsanstalt gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Knast und Strafe verlangt, nicht nachgedacht, mutmaßliches Täter-Fahrrad im Keller und gleiche Schuhe wie der Räuber: Die Kammer konnte daraus aber keine sicheren Schlüsse ziehen. Die Richter gingen (theoretisch) von mindestens einem Alternativtäter aus. Der Angeklagte hat einen Bruder, der mit ihm in einer Wohnung lebt. Der Bruder hat die gleiche Figur wie der Angeklagte und hatte auch Zugriff auf das Fahrrad und die Schuhe.

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