Oldenburg Frank Kadow ist ein Held. Der 44 Jahre alte Oldenburger hat ein 16 Monate altes Kind ins Leben zurückgeholt. Im Fieberkrampf war dessen Atmung stehen geblieben, Kadow reanimierte das Mädchen.

Passiert ist das Ganze am 30. April auf der Autobahn 1 in Höhe der Abfahrt Bremen/Arsten. Kadow war mit einem Transportfahrzeug der Johanniter Unfallhilfe von Oldenburg nach Hannover unterwegs, um dort einen Behinderten zu seinen Eltern nach Elsfleth zu bringen.

Vor einer Baustelle hatte sich ein Stau gebildet und Kadow rollte im Schritttempo über die Autobahn, als er auf dem Pannenstreifen ein Auto erblickte, aus dem eine Frau mit einem kleinen Kind auf dem Arm ausstieg und hektisch gestikulierte.

„Ich fuhr rechts ran, die Mutter lief auf mich zu und drückte mir ihr Kind mit den Worten ,Hilfe, Hilfe, können Sie reanimieren?’ in die Arme“, erzählt der 44-Jährige. Zwar arbeitet er bei den Johannitern, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter hat Kadow aber nicht absolviert. Ein einwöchiger Kurs hat ihn zum Sanitätshelfer befähigt, die beispielsweise auf dem Kramermarkt oder beim Stadtfest Streife laufen.

Doch die guten Erste-Hilfe-Kenntnisse reichten. Kadow: „Ich überprüfte, ob die Atmung tatsächlich ausgesetzt hatte – hatte sie – und begann mit der Herzdruckmassage. 15 Mal drücken bei einem Kind, wie ich es gelernt hatte.“ Tatsächlich setzte die Atmung wieder ein. Zwar schwer und röchelnd, aber immerhin.

Nahezu zeitgleich mit dem Oldenburger hatte ein Fahrzeug vom DRK-Blutspendedienst angehalten. Kadow beauftragte den Fahrer, über Notruf die Rettungsdienste zu alarmieren. Schon wenige Minuten später kam der Rettungshubschrauber.

Kadow zog sich eine Warnweste über und brachte den immer noch stockenden Verkehr gänzlich zum Stehen, in dem er sich mit ausgestreckten Armen vor die Fahrzeugkolonne stellte. Der Hubschrauber konnte so auf der Fahrbahn landen. Notarzt und Rettungsassistent sprangen heraus und übernahmen die ärztliche Versorgung des Kindes, das später mit einem Rettungswagen in ein Bremer Krankenhaus gebracht wurde. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass eine Mittelohrentzündung zu einem Fieberkrampf geführt hatte, der die Atmung aussetzen ließ.

Thea heißt die Kleine, hat Kadow mit freundlicher Unterstützung der Polizei vor wenigen Tagen erfahren, die auch einen Kontakt mit der im Sauerland lebenden Familie ermöglichte. Die Mutter des Mädchens meldete sich telefonisch bei Kadow und bedankte sich unter Tränen für dessen Heldentat.

Bleibende Schäden hat das Kind nicht behalten. Ein Verdienst von Frank Kadow, der in der dramatischen Situation schnell reagierte und das Richtige tat.

Der Blaulichtblog für den Nordwesten

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.