Oldenburg Erwartet hatte Marco Mohrmann die Ankunft der Flüchtlinge für sieben Uhr am Dienstagmorgen. „Doch auf einmal rief der Busfahrer an, dass er Oldenburg schon gegen Mitternacht erreicht“, berichtet der Landesgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes. Und der zweite Bus kündigte sich für drei Uhr in der Nacht an.

Also Helfer und Ärzte wecken, alles vorbereiten – und statt der dringend nötigen Nachtruhe die letzten Vorbereitungen für die Ankunft der Flüchtlinge treffen. 24 Stunden Einsatz am Stück kommen bei einigen Helferinnen und Helfern zusammen.

Notunterkunft Stubbenweg

Die Notunterkunft am Stubbenweg befindet sich in einer früheren Großmarkthalle, die zu Edeka gehörte, zuletzt leer stand.

Das Land hat die Flächen vom Immobilienunternehmen Johannes Oetken für die Flüchtlinge angemietet.

Die Halle soll für die Aufnahme von bis zu 500 Frauen und Männer ausgelegt werden.

Das Rote Kreuz hat vom Land den Auftrag erhalten, die Flüchtlinge zu betreuen. Seit 7. Oktober bereitet das DRK die Halle vor.

Anstrengende Tage liegen nicht nur hinter den 84 Menschen, die am Dienstag das Notquartier am Stubbenweg bezogen haben. Auch die Helferinnen und Helfer, die seit Tagen die Mios-Halle vorbereiten, brauchen dringend Pause. „Das ist nicht ideal gelaufen“, sagt Mohrmann zu den unerwarteten Ankunftszeiten der Busse. „Aber so ist das in diesen Tagen.“

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Ohne Probleme sei dagegen die Aufnahme an sich verlaufen, berichtet der Leiter des Rot-Kreuz-Teams. „Ein fünf Monate altes Kind kam wegen Unterkühlung vorsorglich ins Krankenhaus, konnte aber zwischenzeitlich wieder entlassen werden“, berichtet Mohrmann. Direkte ärztliche Hilfe sei ansonsten nicht erforderlich gewesen.

Wohlauf sei ein erst fünf Tage altes Kind – der jüngste Ankömmling. Rem Martasem sei in Passau geboren, „per Kaiserschnitt“, berichtet die Mutter mit Hilfe eines Dolmetschers. Die Menschen seien sehr dankbar und zufrieden. „Es gab seit der Ankunft keinerlei Probleme“, berichtet der Einsatzleiter. Unklar sei bislang, aus welchen Ländern die Flüchtlinge stammen.

Überwältigt ist Mohrmann von der Hilfsbereitschaft der Bürger. „Die so genannten ungebundenen Helferinnen und Helfer bieten sich uns aus freien Stücken an.“ Viele andere geben Sachspenden ab. Mohrmann freut sich darüber, bittet allerdings, Waren zur DRK-Kreisgeschäftsstelle am Schützenhofweg zu bringen. „Dort ist eine Annahme, hier bei uns am Stubbenweg hat nicht immer jemand die Hände frei, sich darum zu kümmern. Eine Ausnahme sei Bettwäsche: „Wir können Bettbezüge hier gut brauchen und würden uns darüber besonders freuen.“

Überrascht registriert hat das Rote Kreuz die hohe Zahl Minderjähriger. 41 Kinder und Jugendliche kamen mit den Bussen an. „Drei sind als unbegleitete Flüchtlinge Mitarbeitern des Jugendamtes übergeben worden.“

Fünf Frauen und Männer seien unmittelbar nach der Ankunft weitergereist. „Sie wollten nach Schweden, haben sich ordnungsgemäß abgemeldet und sind mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren“, berichtet Mohrmann.

Für diesen Mittwoch hat das Innenministerium keine weiteren Busse mit Flüchtlingen für die auf 500 Personen ausgelegte Notunterkunft am Stubbenweg angekündigt. „Vielleicht kommen am Donnerstag die nächsten, wahrscheinlich aber am Freitag.“

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