Oldenburg Sechs Jahre nach dem brutalen Überfall auf eine Imbiss-Verkäuferin hat die Polizei den Täter ein zweites Mal festgenommen. Der 34-Jährige war bereits im Vorjahr gefasst und anschließend verurteilt worden. Seine Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren trat er jedoch nicht an. Fahnder der Polizei machten den mit Haftbefehl gesuchten Oldenburger am Donnerstagmittag im Stadtgebiet ausfindig und verhafteten ihn. Er sitzt inzwischen im Gefängnis an der Cloppenburger Straße.

Im März 2009 hatte der Mann einen Imbiss an der Hundsmühler Straße überfallen. Als die damals 47-jährige Angestellte Feierabend machen wollte, schlug ihr der Täter eine Bierflasche auf den Kopf. Die Flasche zerbrach. Danach schlug er seinem schwer verletzten Opfer noch mehrfach mit der Faust ins Gesicht. An den Haaren schleifte der Räuber die Frau ins Lokal. Dort ließ er sich 300 Euro Bargeld geben. Dann verschwand er.

Wegen der brutalen Tat begann anschließend eine Großfahndung. Polizisten verteilten im Stadtteil Flugblätter, außerdem wurde eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Es kamen allerdings keine Hinweise auf den Täter.

Das Verfahren war bereits eingestellt, als die Polizei im Januar 2014 von dem 34-Jährigen erfuhr. Dieser soll seine Tat einem Bekannten gebeichtet haben. Der erzählte es seiner Freundin. Und auch die Freundin gab das Wissen weiter. Letztlich landete die Information bei einem Bremer Polizisten. Die Oldenburger Beamten stellten den Beschuldigten zur Rede. In der Vernehmung gab er den Überfall zu. Haftbefehl wurde allerdings nicht beantragt, da der bis dahin nicht aufgefallene Oldenburger einen festen Wohnsitz und eine Arbeitsstelle nachweisen konnte.

Im vergangenen Juli musste sich der 34-Jährige vor dem Landgericht verantworten. Die Schwurgerichtskammer wertete die Tat als besonders schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. In seiner Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann von einem „unsäglichen Leid“ für das Opfer. Die 47-jährige Angestellte hatte nach eigener Aussage aufgrund der Brutalität des Täters bereits mit ihrem Leben abgeschlossen.

Die Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren musste der 34-Jährige zunächst nicht antreten, da das Urteil noch nicht rechtskräftig war. Dies war erst Anfang dieses Jahres der Fall. Anfang Februar hätte sich der Oldenburger im Gefängnis melden müssen. Dort tauchte er aber nicht auf. Daraufhin ließ die Staatsanwaltschaft mit Haftbefehl nach dem verurteilten Räuber suchen.

Der verspätete Haftantritt bleibt für den 34-Jährigen übrigens strafrechtlich folgenlos. Nach Auskunft der Staatsanwalt ist eine Flucht an sich nicht strafbar.

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Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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