Radwege
Markierung bringt Radler aus dem Tritt

Stadt und Polizei finden es an diese Kreuzung nicht gefährlich. Sie wollen die Situation aber noch einmal überprüfen.

Bild: Martin Remmers
Die Ampel zeigt Rot: Dieser Radfahren ordnet sich, vom Gehweg aus über den Radstreifen kommend, in den für Radler ausgewiesenen Bereich vor den wartenden Autos ein.Bild: Martin Remmers
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Mit Blick in Richtung Meinardusstraße: Hier sieht man wie sich Radfahrerinnen eingeordnet haben, ein Radler (im Hintergrund) muss das noch.Bild:
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Die Ampel zeigt Grün: Der von rechts kommende Radfahrer nimmt schnell die Strecke über den sogenannten Aufstellbereich.Bild:
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Dobbenviertel Wer sein Rad liebt, der schiebt – heißt es. Gilla Brede fährt ihr Rad normalerweise. An der Kreuzung Lindenallee/Hindenburgstraße jedoch, steigt sie lieber ab, schiebt ihr Fahrrad zur Fußgängerampel und setzt die Fahrt erst an der entsprechend ihrem Ziel beabsichtigten Stelle fort. Gilla Brede gehört zu denjenigen, die die neuen Markierungen an dieser Kreuzung eher verunsichern, als dass sie sie als hilfreich empfinden. Das erklärt sie in ihrem Schreiben an die NWZ. Und darum geht’s.

Die Sachlage

Im Zuge des Ausbaus der Lindenallee ist eine neue Idee für Radfahrer zur Anwendung gekommen. Gilla Brede beschreibt, die Sachlage, wenn sie aus Richtung Meinardusstraße kommt: „Zunächst befährt man die Radspur auf dem Bürgersteig. Diese führt vor der Kreuzung automatisch auf die Straße in ein mit Fahrradsymbol versehenes Feld vor dem Haltestreifen für Autos bei roter Ampel.“

Die problematik

Wenn die Ampel gerade Rot zeige, könne man sich problemlos vor die wartenden Autos stellen und signalisieren, in welche Richtung man weiterradeln will, weiß die Oldenburgerin. „Stellt man sich nach rechts, fährt man geradeaus, stellt man sich nach links, will man nach links abbiegen. Aber versteht das jeder Autofahrer? Da man beim Anfahren beide Hände am Lenker braucht, kann man mit dem linken Arm die Abbiegeabsicht nicht noch zusätzlich anzeigen.“ Kommen einem vorfahrtsberechtigte Fahrzeuge entgegen, müsse man mitten auf der Kreuzung halten und abwarten, bis die vorbeigefahren sind. Brede: „Das heißt, dass das hinter einem fahrende Auto auch warten muss, oder es weicht nach rechts aus, um um einen herumzufahren. Was aber, wenn in diesem Moment gerade ein aus der Lindenallee kommendes Fahrrad geradeaus über die Kreuzung fährt und mit dem unerwartet ausweichenden Auto kollidiert?“

Die Gefahr

Brenzlig könne es werden, wenn die Ampel Grün zeigt, meint die NWZ-Leserin und fragt: „Wie verhält sich ein Radfahrer, der an der Kreuzung ankommt und nach links abbiegen will dann? Er kann sich ja wohl schlecht – der Radspur folgend – in den fließenden Autoverkehr einordnen, weder als Geradeausfahrer und als Linksabbieger schon gar nicht, ohne sich massiv zu gefährden? Können Sie mir diese Logik erklären?“

Die Antwort der Stadt

Norbert Korallus, Leiter Fachdienst Verkehrsplanung, nimmt zu der geschilderten Situation an dieser Kreuzung so Stellung: „Grundsätzlich gelten hier die üblichen Regeln wie an jeder anderen Kreuzung auch. Die Nutzung markierter Aufstellbereiche durch Radfahrer, insbesondere zum Linksabbiegen, hat natürlich unter Beachtung des parallel verlaufenden Kfz-Verkehrs zu erfolgen.“ Da hier für alle Richtungen aber keine Benutzungspflicht des Radwegs (aus Richtung Meinardusstraße stadteinwärts) und des freigegebenen Gehwegs (Richtung Meinardusstraße stadtauswärts) gelte, die Gehwege der Lindenallee in beiden Richtungen auch gar nicht vom Radfahrern befahren werden dürften, könne der Radler auf der Fahrbahn fahren oder diese Möglichkeit (im südlichen Abschnitt) nutzen. „Damit sind die Aufstellbereiche direkt und nicht von rechts kommend erreichbar.“

Polizei und Stadtverwaltung haben laut Korallus seit dem Umbau bei mehrerer Überprüfungen der Situation an dieser Kreuzung weder Beeinträchtigungen noch Gefährdungen festgestellt. Aufgrund dieses aktuellen Beitrags wird die Situation an der Kreuzung aber noch einmal gemeinsam in Augenschein genommen.

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