Oldenburg Weil er in einem Oldenburger Bordell die Zeche geprellt haben soll und darüber hinaus persönliche Sachen seiner Lebensgefährtin zerstört hat, sollte ein 52 Jahre alter Mann aus Oldenburg wegen Betruges und Sachbeschädigung für sieben Monate ins Gefängnis. Dass es dann aber nicht so kam, ist dem Oldenburger Landgericht, der Staatsanwaltschaft und dem Oldenburger Rechtsanwalt Karsten Dierig zu verdanken.

In zweiter Instanz vor dem Landgericht wurde das Verfahren wegen Betruges nämlich eingestellt und der Angeklagte nur wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Damit hob die Berufungskammer ein erstes Urteil des Oldenburger Amtsgerichtes wieder auf. Das hatte den 52-Jährigen erstinstanzlich zu den sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Doch das ist jetzt vom Tisch.

Der Angeklagte war regelrecht vom Pech verfolgt. Zunächst hatte er sich mit seiner Freundin heftig gestritten und persönliche elektronische Gegenstände, die er der Frau einst geschenkt hatte, an die Wand geschleudert und damit zerstört. Im Zuge der Wüterei hatte er auch ein Fernsehgerät aus dem Fenster seiner Wohnung geworfen, um dann zu erkennen, dass es sein eigenes war. Die zerstörten Sachen seiner Freundin musste der Angeklagte ersetzen. Die Beziehung ist nun beendet.

Einen netten Abend, den hätte der 52-Jährige jetzt brauchen können. Dazu begab er sich in ein Oldenburger Bordell. Er war der einzige Gast. Fünf bis sechs Damen kümmerten sich um ihn. Der Angeklagte ließ die „Puppen tanzen“. Doch was anschließend auf der Rechnung stand, brachte ihn flugs wieder zur Besinnung. 40 Flaschen Sekt à 100 Euro sollte er geordert haben. Und weil er die 4000 Euro nicht bezahlen konnte, war er wegen Zechprellerei dran.

Der Angeklagte bestritt allerdings heftig, 40 Flaschen Sekt bestellt zu haben. Und Anwalt Karsten Dierig konnte glaubhaft machen, dass kein Mensch 40 Flaschen Sekt trinken könne, auch nicht mit sechs Damen zusammen. Auch die übrigen Prozessbeteiligten konnten sich eine derartige Sause nicht vorstellen.

So stellte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen der angeblichen Zechprellerei ein.

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