Oldenburg Sportstudentin Lisa Aißen war auf Surf-Exkursion in Dänemark – und stillte währenddessen ihren damals vier Monate alten Sohn Liam. Als dreifache Mutter organisiert die 28-Jährige ihren Alltag so, dass Studium und Familie vereinbar sind. In Aißens Studienordnung war eine Exkursion Pflicht. Ihr Ehemann musste arbeiten, also nahm sie ihre drei Kinder mit auf die Lehrfahrt. Ihr Vater begleitete sie – so konnte die Studentin ihren jüngsten Sohn alle zwei Stunden stillen.

Die Lebensumstände von Lisa Aißen klingen außergewöhnlich – tatsächlich sind es Hunderte in Oldenburg, die mit Kind studieren. Ted Thurner, Geschäftsführer des Studentenwerks Oldenburg, erklärt: „Nach der Erhebung des Deutschen Studentenwerkes – unserem Dachverband – haben etwa sechs bis sieben Prozent aller Studierenden mindestens ein Kind. Bei rund 13 000 Studenten der Uni Oldenburg liegt die grobe Schätzung bei etwa 750 Eltern. Hinzuzurechnen ist der Anteil der etwa 2000 Studierenden der Fachhochschule.“

Großer Andrang

Zwei Einrichtungen betreibt das Studentenwerk: „Eine Kindertagesstätte (Kita) an der Huntemannstraße, die 44 Plätze bereithält und eine Kita am Uni-Campus am Uhlhornsweg mit 70 Plätzen“, erklärt Lena Habermann vom Studentenwerk Oldenburg; hinzu kommt die Kita Küpkersweg mit 94 Plätzen, die von einem Trägerverein betrieben wird. Wie begehrt die Plätze sind, veranschaulicht die Nachfrage: „Für knapp 15 Plätze gab es 120 Anmeldungen“, so Barbara Wübbens, Leiterin der Kita an der Huntemannstraße.

Neben dieser Unterbringung in der Kita sei auch die Unterstützung der Großeltern entscheidend, meint Angelina Frers: „Ohne meine Eltern würde es nicht funktionieren.“ Auch sie studiert mit zwei Kindern, ihre Jüngste Antonia geht mit ihren zwei Jahren in die Kita am Uhlhornsweg; dort spielt sie mit der ebenfalls zweijährigen Greta, der Tochter von Lisa Aißen. Die beiden Mütter sind befreundet und sehr zufrieden mit der Betreuung in der Kita. Wenn sie ihre Töchter mittags abholen, haben die Kleinen ihren Mittagsschlaf und einen kleinen Obstnachtisch hinter sich – „sind also zufrieden“, so Frers schmunzelnd. „Den Großteil des Lernpensums schafft man, während die Kinder in der Kita sind – oder wenn sie schlafen.“

Vorlesung mit Baby

Neben Unmengen von Organisationstalent erfordert das Studieren mit Kindern auch Flexibilität: Manchmal habe Aißen, die sich bewusst für Kinder entschieden hat, auch eines mit in die Vorlesungen nehmen müssen: „Dann ist man angespannt und konzentriert sich mehr darauf, dafür zu sorgen, dass das Kind ruhig bleibt, als auf die universitären Inhalte.“ Die Dozenten gingen mal mehr, mal weniger verständnisvoll mit dem Thema um.

Offen spricht Aißen auch Nachteile an: „Aus dem Hörsaal der Uni geht’s schnell nach Hause. Da ist es schwieriger, Anschluss zu finden.“ Ihre älteste Tochter Mona geht schon zur Schule, Sohn Liam kommt dann in die Krippe, wenn Tochter Greta in den Kindergarten geht.

Wehmut verspürt keine der beiden. Angelina Frers meint: „Meine Kinder waren eine bewusste Entscheidung. Ich brauche mir im Berufsleben keine Gedanken über den Wiedereinstieg zu machen. Auf meine Kommilitonen kommt das alles noch zu.“

Lisa Aißen schreibt gerade an ihrer Masterarbeit, im Februar 2014 möchte sie dann mit ihrem Referendariat beginnen.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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