Oldenburg Zwölf Jahre Schule sind vorbei. Hausaufgaben, Klausuren und Referate gehören nun der Vergangenheit an. Ist das Abiturzeugnis erstmal in der Tasche, liegt auch ein gewisser Duft von Freiheit in der Luft. Um diesem neuen Unabhängigkeitsgefühl Raum zu geben, gehen viele Abiturienten nach der Schule erstmal ins Ausland. Die Auswahl an Zielländern und Beschäftigungsmöglichkeiten ist dabei groß. Üblich ist es, dass die jungen Reisenden dabei erste Arbeitserfahrungen sammeln, wie beispielsweise während eines Au-Pair-Jahres, innerhalb eines Freiwilligendienstes oder während eines Work and Travel-Aufenthalts.

Nach Nicaragua

So wird die 19-jährige Kim Lübben an einer Förderschule für Kinder mit Behinderungen in Nicaragua in Mittelamerika arbeiten. Die Motivation für diesen Entschluss erklärt sie mit ihrer sozialen Ader. Aber auch mit ihrem Bewusstsein darüber, dass nicht alle so wirtschaftlich und politisch sicher aufwachsen können, wie sie selbst.

Der Ungerechtigkeit in der Welt möchte sie mit ihrem Dienst entgegentreten und den Menschen vor Ort Solidarität beweisen. Kim geht davon aus, dass die Menschen in Nicaragua sehr lebensfroh sind und möchte von dieser Lebensphilosophie profitieren: „Dadurch kann ich meine Sicht auf die Welt verändern. Es gibt so viele Dinge, die man nicht in der Schule lernen kann.“ Für ihre Freunde sei es kein Problem, dass sie so lange weg ist, berichtet Kim. Da sie bereits zwei längere Auslandsaufenthalte hinter sich hat, hätten sie und ihre Freunde sich bereits an die Kommunikation über den Bildschirm gewöhnt.

Auch Henri Baumann (18) wechselt mit seinem Auslandsaufenthalt die Perspektive innerhalb der Organisation Schule. Nachdem er zwölf Jahre die Schulbank gedrückt hat, wird er ab dem kommenden August in Tansania unterrichten. Seinen Auslandsaufenthalt möchte er nicht nur nutzen, um Sprache und Kultur Tansanias kennenzulernen, sondern auch, um sich über seine spätere Berufswahl klarer zu werden. Nach der Schule wollte er nicht direkt entscheiden, was er studieren wird, sondern erstmal praktische Erfahrungen sammeln. Von dem Aufenthalt erhofft er sich eine persönliche Weiterentwicklung: „Durch das eigenständige Wohnen und Arbeiten in einem fremden Land möchte ich selbstständiger und auch anpassungsfähiger werden“. Nach dem Jahr werde durch diese weiter ausgeprägten Fähigkeiten und einen anderen Blick auf die Welt die Wahl des Studienganges sicherlich leichter werden, hofft Henri.

Soziales in England

Sozial engagieren möchte sich auch die 18-jährige Christina Bodemann. Sie wird bald für ein Jahr nach West Sussex in England reisen, um dort ein „FJA“ (Freiwilliges Jahr im Ausland) zu machen. Dort wird sie mit körperlich und geistig behinderten Menschen in einer Gemeinschaft leben und arbeiten. „Meine Familie steht vollkommen hinter mir“, sagt Christina. Sie sei sich bewusst, dass es für alle erst einmal eine Umstellung sein wird, den Alltag ohne einander zu verbringen.

Einen Teil der Finanzierung für den Aufenthalt übernimmt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Die weiteren Kosten werden von einer Solidargemeinschaft finanziert, zu der die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, die Dienststellen im Ausland und die Freiwilligen selbst gehören. Sie sieht es als selbstverständlich an, ihre Unterstützer ständig durch Bilder und Berichte auf dem Laufenden zu halten.

Auf die andere Seite

Louisa Pranger (18) wird ihr erstes Jahr nach dem Abi als Au-pair in Auckland, Neuseeland verbringen. Warum gleich so weit weg? „Das Land soll eine unbeschreiblich schöne Natur haben und die Einwohner sollen herzlich, aufgeschlossen sein und immer ein Grinsen im Gesicht haben. Das ist auf auch ein Grund dafür, warum es gleich ans andere Ende der Welt gehen soll“, erklärt sie ihre Wahl. Durch die Anstellung als Au-pair erhofft sie sich vor allem, neben Land und Leuten, auch die Kultur und den Alltag dort kennen zu lernen. Einen Teil ihrer Reisekosten kann Louisa sich selbst finanzieren, da sie nach dem Abi arbeiten gegangen ist.

Vor Ort verdient sie durch ihre Tätigkeit als Au-pair Geld und kann somit weitere Reisen unternehmen. Bei dem Finden einer Gastfamilie hat ihr die Organisation Aifs (www.aifs.de) geholfen.

Die 19-Jährige Linh Tanh ist seit dem 1. Juli in Morlaix, Frankreich. Mit ihrer Gastfamilie, in der sie als Au-pair arbeitet, wird sie bald nach Paris ziehen. Während ihrer ersten Tage musste sie direkt einige Hürden meistern: Ein verspäteter Flieger verursachte eine ungeplante Nacht im Hotel.

Probleme gemeistert

Nach dieser Odyssee durch Frankreich kam sie viel später als geplant bei ihrer Gastfamilie an. Hier war sie erstmal weitgehend auf sich gestellt, da die Gasteltern nicht da waren, sondern nur das ehemalige Au pair. Obendrein war auch noch eines der drei Kinder krank. Nachdem Linh diese Startschwierigkeiten gemeistert hat, ist sie stolz auf sich und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Ihre Gastfamilie hat sie über eine Freundin kennengelernt, die zuvor in dieser Familie gearbeitet hat. „Dadurch riskiere ich keinen Sprung ins kalte Wasser und habe die Sicherheit, dass meine Familie nett ist“, erklärt sie ihren Vorteil. Um ihre Familie und auch Freunde während ihres Aufenthalts auf dem Laufenden zu halten, hat sie einen Blog eingerichtet. Unter linhinparis.wordpress.com berichtet Linh regelmäßig von ihren Erlebnissen.

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