Ofenerdiek Weder übertriebene Strenge noch Kuschelkurs waren seine Art, attestiert ihm das Kollegium. Und inoffiziell würden Schüler wohl über ihn sagen: „Boah, ey, bist du cool, Mann“. Paul Vogel, 21 Jahre Schulleiter in Ofenerdiek, wurde zum Schuljahresende in den Ruhestand verabschiedet. Und das fast einen ganzen Tag lang. Denn zunächst feierten ihn rund 450 Schülerinnen und Schüler am Dienstagmittag. Abends wurde es dann offiziell und später gesellig im Kreise von Freunden, Mitarbeitern, ehemaligen und aktiven Kollegen.

Gerührt vom Gesang

Doch zurück zur Mittagszeit: Durch ein Spalier seiner Schüler wurde Paul Vogel in Spielhalle geleitet – zur Abschiedsfeier. Deren Ablauf hatte Lehrerin Josefine Schlangen bereits seit Wochen mit den Schülervertretern minutiös geprobt. Es wurde vorgesungen und -getanzt. Beim „Quizduell“ musste der Schulleiter gegen seine Schüler antreten. Es ging unentschieden aus. Musikalischer Höhepunkt war der Aufritt der Schülerin Victoria Aworour (Klasse 5a), die mit ihrem Song „I have nothing“ von Whitney Houston tosenden Beifall auslöste. Vogel, sichtlich gerührt, sagte: „Wenn Du bei ,Deutschland sucht den Superstar’ auftrittst, dann müssen die sich warm anziehen.“

In einer mitreißenden und überzeugenden Rede sagte Paul Vogel seinen Schülern, dass er immer mit großer Freude seinen Beruf ausgeübt habe. Er wünschte den Jugendlichen, dass auch sie das am Ende ihrer beruflichen Laufbahn einmal sagen können. Der Pädagoge betonte aber auch: „Das fällt einmal nicht einfach in den Schoß, sondern dafür muss man auch viel tun.“ Symbolisch für den Abschied ließen die 450 Schüler Luftballons in den Himmel steigen.

„Herr Vogel, es ist soweit: Sie fliegen uns nun davon, und zwar in den wohlverdienten Ruhestand“, sagte am Abend Regierungsschuldirektorin Peta Büürma. Mit rund 70 geladenen Gästen wurde im Innenhof offiziell Abschied von Paul Vogel gefeiert – sehr persönlich mit viel Gefühl, mit dem Austausch von gemeinsamen Erlebnissen und Erinnerungen. Nach seinem Studium in Münster, Freiburg und Karlsruhe hatte der aus dem westfälischen Warendorf stammende Paul Vogel 1972 seine erste Stelle als Realschullehrer in Nordenham (Wesermarsch) angetreten. 1994 wechselte er nach Ofenerdiek – und blieb.

Bevor Peta Büürma ihm die Entlassungsurkunde der Landesschulbehörde überreichte, beschrieb sie vier relevante Kapitel aus Paul Vogels Leben wie folgt. 1. entscheidendes Kapitel: Versetzung an die Realschule Ofenerdiek und Ernennung zum Realschuldirektor (1994); 2. relevantes Kapitel: Ernennung zum Schulleiter der zusammengefassten Haupt- und Realschule Ofenerdiek (2010); 3. pekuniär und standesmäßig wiederum neues Kapitel: Ernennung zum Oberschuldirektor (2011); 4. gesundheitsförderndes und erholsames Kapitel: Antritt des Ruhestandes.

Große Bauprojekte

Vertreter des Kollegiums und des Personalrats des Oberschule bezeichneten Paul Vogel als den Baumeister am Schulstandort Ofenerdiek. Zwei große Bauprojekte erfolgten unter seine Leitung: der Anbau der Fachräume mit dem schönen Innen und der Mensanbau. Überreicht wurde Vogel schließlich der „OBS Reiseführer”, ein dickes Buch, an dem das gesamte Kollegium mitgewirkt hat.

„Man kann nur ein guter Schulleiter sein, wenn man ein so gutes Kollegium hat. Diese Wertschätzung habe ich immer gespürt“, betonte Vogel. Er habe seine wesentliche Aufgabe darin gesehen, „seine“ Schule gut auszustatten. „Was noch aussteht, ist die verschobene, jedoch für 2016 zugesagte Grundsanierung.“

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