Oldenburg /Hannover Das Schlaue Haus blickt auf eine vergleichsweise kurze Geschichte. Allerdings gibt bereits die Entstehung Stoff für lange Erzählungen.

Am 31. August 2009 lehnte der Rat mehrheitlich den Plan von Oberbürgermeister Gerd Schwandner ab, ein Haus zum Wissenstransfer zu errichten.

Wenig später präsentierte Schwandner die Universität und die Jade Hochschule als Träger für das Projekt. Für die Universität sprachen damals Dr. Heide Ahrens und Professor Hans-Jürgen Appelrath – die kommissarische Leitung. Präsident der Jade Hochschule war Professor Elmar Schreiber, Vizepräsident Professor Manfred Weisensee.

Babette Simon war zwar bereits im November 2009 zur Nachfolgerin von Unipräsident Uwe Schneidewind gewählt worden. Sie trat ihr Amt aber erst am 1. Februar 2010 an. Zwischen Schneidewinds Abschied im Sommer 2008 und Simons Amtsantritt hatten Dr. Heide Ahrens und Professor Hans-Jürgen Appelrath kommissarisch die Universität geleitet.

Bereits lange vorher aus dem Amt geschieden war zu diesem Zeitpunkt Michael Daxner, Unipräsident von 1986 bis 1998. Er war in der NWZ  von Donnerstag fälschlicherweise als Simons Vorgänger bezeichnet worden – die NWZ  bittet um Entschuldigung.

Das vom Landesrechnungshof angegriffene Niedersächsische Kultusministerium wurde von 2003 bis April 2010 vom Oldenburger CDU-Politiker Lutz Stratmann geführt. Seine Nachfolgerin wurde – bis zu ihrem Wechsel als Bildungsministerin der Bundesregierung – im Februar 2013 Johanna Wanka (CDU).

Einen engen Bezug zum Schlauen Haus hat der Oldenburger CDU-Ratsfraktionschef Olaf Klaukien. Der 42-Jährige war von 2003 bis 2005 Büroleiter von Minister Stratmann in Hannover. Anschließend wechselte Klaukien innerhalb des Ministeriums in den Bereich Denkmalpflege.

2006 holte Schwandner den CDU-Politiker als OB-Büro-Leiter nach Oldenburg. 2008 gab Klaukien seinen Posten ab und wechselte in die Regierungsvertretung Oldenburg. In dieser Eigenschaft war Klaukien bereits mit dem Projekt befasst. Von April 2010 bis Juni 2012 war er Geschäftsführer der Gesellschaft Schlaues Haus.

Wie berichtet, übt der Landesrechnungshof in seinem aktuellen Prüfbericht massiv Kritik an der Finanzierung des Schlauen Hauses, das als Vortrags- und Veranstaltungszentrum der Öffentlichkeitsarbeit der beiden Hochschulen dient. Der Bau wurde um zwei Millionen Euro teurer als geplant, zudem seien durch Mietvorauszahlungen für mehr als 20 Jahre Hochschulmittel zweckentfremdet worden, rügen die Prüfer.

Als „sehr außergewöhnlich“ bewertet der Bund der Steuerzahler die Forderung des Rechnungshofes, die Verantwortlichen persönlich zur Rechenschaft zu ziehen und haftbar zu machen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen des Verdachts der Untreue zunächst gegen unbekannt – konkrete Namen, gegen wen sich der Verdacht richte, gebe es bislang nicht, hatte eine Sprecherin mitgeteilt (NWZ  berichtete).

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Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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