OLDENBURG Wie soll es weitergehen mit der Städtepartnerschaft zu Machatschkala? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Internationale Beziehungen. Haupthindernis für eine „normale“ Beziehung ist die Sicherheitslage in der 400 000 Einwohner zählenden Metropole der russischen Teilrepublik Dagestan, die durch den Krieg im benachbarten Tschetschenien beherrscht wird. Bei Kampfhandlungen, Terroranschlägen und Entführungen wurden allein 2010 nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in Dagestan 378 Menschen getötet und 307 verletzt.

Oberbürgermeister Gerd Schwandner berichtete, dass der in der Spitzengruppe der russischen Fußballliga spielende Verein „FK Anschi Machatschkala“ die komplette Mannschaft zu den Heimspielen aus Moskau einfliegen lässt. Stars wie Roberto Carlos und Samuel Eto’o, eingekauft von dem Clubchef und Milliardär Suleiman Kerimow, fühlen sich in Machatschkala ihres Lebens nicht sicher (siehe Kasten rechts). Angesichts solcher Meldungen hatte es Fragen aus der Politik zur Zukunft der Partnerschaft gegeben – und Schwandner legte dem Ausschuss als Antwort ein Diskussionspapier vor. Darin betont die Verwaltung, dass „eine Wiederbelebung der offiziell über 20-jährigen Partnerschaft wünschenswert sei“. Aber: Es gebe mannigfaltige Kontakte zu anderen russischen Städten und Regionen – und „es wäre für die Stadt Oldenburg nicht zukunftsgerichtet, diese Perspektiven im übrigen Russland auszublenden und an einer seit Jahren nicht gelebten Städtepartnerschaft festzuhalten, die derzeit kaum Perspektiven bietet“.

Neue Ansatzpunkte wären somit eher folgende: Professor Hans Kaminski vom Institut für Ökonomische Bildung (IÖB), ist Ehrendoktor der Universität Nowosibirsk. Zudem unterhält das IÖB Beziehungen zu technischen Fakultäten in Balaschicha (25 Kilometer östlich von Moskau). Die Uni Oldenburg hat Austauschbeziehungen zur staatlichen und einer privaten Uni in St. Petersburg, die Fachhochschule Oldenburg zur Management-Universität in Moskau und zur Kunst- und Architektur-Universität in Nowosibirsk.

Die Cäcilienschule hat Kontakte zu einem Gymnasium in St. Petersburg, die EWE ist gemeinsam mit Gazprom Anteilseigner der Verbundnetz Gas AG. Hinzu kommen Kontakte von hiesigen Unternehmen mit russischen Marktpartnern.

Schwandner verspricht sich zudem einen neuen Antritt von einem gemeinsamen Vorgehen mit der Partnerstadt Groningen, die offizielle Beziehungen zu Königsberg (Kaliningrad) und Murmansk unterhält. Groningens Bürgermeister Peter Rehwinkel habe angeboten, hier zu kooperieren – zumal in Russland ein Deutschlandjahr (2012/ 2013) und ein Niederlande­jahr (2013/2014) direkt aufeinanderfolgen.

Die Politik will das Papier jetzt diskutieren.

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Thorsten Kuchta stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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